Umweltgeschichte

1. Geschichtswissenschaft und digitale Medien

1.1 Einleitung

Die Umweltgeschichte hat in den zehn Jahren, die seit der Verfassung des ersten Berichts vergangen sind, zwar an Reife gewonnen, sie zeichnet sich aber nach wie vor durch eine große Dynamik, durch die konstante „Erfindung“ und Ausarbeitung neuer Themenfelder und durch eine vor allem in Deutschland geringe institutionelle Verfasstheit aus – mit allen Vor- und Nachteilen, die daraus resultieren. Die Aktualitätsrelevanz der Umweltgeschichte scheint durch den Klimawandel, zerstörerische Naturkatastrophen, den Nachhaltigkeitsdiskurs und die Debatten um das Anthropozän (um nur einige Beispiele zu nennen) in der Zwischenzeit eher noch größer geworden zu sein.

Besaß die Umweltgeschichte aufgrund von Untersuchungseinheiten wie Flüssen, Gebirgen, Wüsten oder den Zugwegen von Wandervögeln immer schon eine Tendenz zu transnationalen und nicht-nationalen Fragestellungen, so hat die inhaltliche und institutionelle Globalisierung des Faches in der letzten Dekade diesen Prozess noch einmal beschleunigt. Die Gründung neuer Umweltgeschichtsvereinigungen in allen Erdteilen und die Schaffung gleich mehrerer internationaler Forschungszentren, die sich entweder explizit der Umweltgeschichte widmen oder dies im größeren interdisziplinären Rahmen tun, sind ebenso Ausdruck dieser Entwicklung wie die Tatsache, dass mittlerweile zwei „Weltkongresse“ mit mehreren Hundert TeilnehmerInnen stattgefunden haben – der erste 2009 in Kopenhagen und der zweite 2014 in Guimarães. Der dritte World Congress soll 2019 an einem Ort im globalen Süden stattfinden.

Der zweite Großtrend der vergangenen Jahre ist die ebenfalls weiter fortgeschrittene Interdisziplinarisierung. Dabei hat sich ein Forschungsfeld konstituiert, das in der Regel als Environmental Humanities bezeichnet wird (im Deutschen deutlich weniger elegant als Umweltgeisteswissenschaften bezeichnet) und in dem sich Disziplinen wie die Geschichts- und Literaturwissenschaften, Philosophie und Ethnologie gemeinsam Umweltthemen wie etwa dem Umgang mit Müll oder dem Verlust an Biodiversität widmen. Eine wichtige Rolle in der Ausformung dieses Feldes dürfte das Bestreben gewesen sein, der natur- und sozialwissenschaftlichen Perspektive auf Umweltprobleme im Allgemeinen und den Klimawandel im Besonderen eine bewusst geisteswissenschaftliche Position entgegenzusetzen.

Genealogien der Umweltgeschichte

Die Geschichtsschreibung hat verhältnismäßig spät angefangen, sich mit der Bedeutung der Interaktionen zwischen Natur und Gesellschaft zu beschäftigen. Wenn man von Vorläufern, insbesondere der französischen Annales-Schule und der Sonderstellung der US-amerikanischen Umweltgeschichte absieht, dann beginnt eine ernsthafte wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dieser Thematik erst nach den Umweltkrisen der 1970er- und 1980er-Jahre. Konflikte über die zivile Nutzung der Kernenergie oder später die Debatte über das „Waldsterben“ ließen auch das Interesse an der historischen Aufarbeitung solcher Problemfelder stark ansteigen. Vor diesem Hintergrund ist es nicht verwunderlich, dass Umweltgeschichte primär als Problemgeschichte betrieben wurde und dass die Geschichte der Umweltverschmutzung zu einem der größten Untersuchungsfelder der europäischen Umweltgeschichte geworden ist.

Seit diesen Anfängen hat sich das Fach stark in alle möglichen Richtungen hin ausdifferenziert. Zu den Themenfeldern, die unter umwelthistorischen Gesichtspunkten beleuchtet werden, gehören heute etwa Klimaveränderungen, Naturkatastrophen und Naturgefahren, Energie und Mobilität, indigene und koloniale Wissensbestände, Umweltdiplomatie und Nachhaltigkeit. Allgemein kann man vielleicht ein Spannungsfeld konstatieren, das durch die folgenden zwei Pole aufgemacht wird: Auf der einen Seite neuere Bestrebungen, dem Materiellen in der Geschichtswissenschaft wieder mehr Geltung zu verschaffen (material turn / new materialism); auf der anderen Seite die erfolgreiche Integration im weitesten Sinne kultureller Aspekte wie Identität, Erinnerung oder Risiko. Deutlich abgenommen hat dagegen in jüngster Zeit die Zahl der Publikationen über den eigentlichen Untersuchungsgegenstand der Umweltgeschichte. Eine Selbstvergewisserung über den Sinn und die Notwendigkeit des Faches scheint heute viel weniger notwendig zu sein als noch vor zehn Jahren.

Onlinelandschaften 2.0

Entstehungsgeschichte und gegenwärtiger Zustand der Umweltgeschichte spiegeln sich auch im Internet wider. War die umwelthistorische Onlinelandschaft vor zehn Jahren noch relativ überschaubar und leicht zu erkunden, so prägt mittlerweile eine Vielfalt an Inhalten, Zugängen und Kommunikationsformen diese Landschaft. Bot H-Environment etwa bis vor kurzem noch den wichtigsten und präferierten Einstiegspunkt, so hat diese Liste ihre dominante Stellung mittlerweile eingebüßt. Heute bietet eine Vielzahl an Portalen, Blogs, Webseiten, Internetauftritten wichtiger Institutionen, Online-Zeitschriften etc. exzellente Möglichkeiten zur Erkundung der Umweltgeschichte. Insbesondere Social Media hat großen Einfluss auf Praktiken des Forschens, Lehrens, Publizierens und Kommunizierens. So werden Präsentationen auf Konferenzen live auf Twitter kommentiert, oft mit Bildern der Vortragenden und ihrer Präsentationen. Vorträge werden gefilmt und ins Netz gestellt. Blogs bieten eine schnelle und dezentrale Meinungs- und Diskussionsplattform.

War es 2006 noch eine Herausforderung, Webseiten zur Umweltgeschichte mit halbwegs präsentablem Inhalt zu finden, so ist heute eher die Fülle des Angebots das Problem. Damit hat man auch die Qual der Wahl und sieht sich zunehmend einer Flut an Informationen ausgesetzt. Zudem gibt es in der Umweltgeschichte, wie in anderen Feldern auch, online etliche Redundanzen. Konferenzankündigungen finden sich etwa nicht nur auf den einschlägigen Listen H-Soz-Kult und H-Environment, sondern auch in Tweets und Blogs und dem institutseigenen Verteiler. Die Vermeidung von Datenmüll ist somit kein Kennzeichen der Umweltgeschichte.

Die beste deutschsprachige Einführung in die Umweltgeschichte, die im Internet verfügbar ist, ist nach wie vor Melanie Arndts Docupedia-Artikel Umweltgeschichte.

Neue Themen

Im Folgenden werden drei neue Themenfelder der Umweltgeschichte in aller Kürze beschrieben, die sich vor allem im Internet etabliert haben – zunächst die erst in Ansätzen greifbare Bedeutung von Big Data für die Umweltgeschichte, zweitens die Situierung von Erinnerungsorten und drittens, gewissermaßen als Metadiskurs, die Debatten über das Anthropozän.

Eines der interessantesten Projekte, das Big Data für die Umweltgeschichte nutzbar machen will, ist Trading Consequences, eine Kooperation von kanadischen Umwelthistorikern und britischen Computerwissenschaftlern. Trading Consequences untersucht dabei Massendigitalisate aus verschiedenen historischen Datenbanken (darunter die Parliamentary Papers des britischen House of Commons oder Early Canada Online) mit Methoden der Computerlinguistik, extrahiert auf diese Weise Ortsinformationen und geographische Relationen aus den Quellen und kann durch die Analyse der Masse von Daten globale Handelsströme und deren Umweltauswirkungen nachzeichnen und visualisieren. So lassen sich etwa Hinweise auf die Ausbreitung und Verbreitungswege von Choleraepidemien gewinnen. Die auf der Webseite angebotenen Werkzeuge des Projektes stehen allen Interessierten zur Verfügung.

Einen anderen, aber nicht weniger interessanten Ansatz hat das von Frank Uekötter geleitete Projekt Umwelt und Erinnerung gewählt. In acht „Kapiteln“ wird dabei Pierre Noras Konzept der Erinnerungsorte auf die Umweltgeschichte übertragen. Dafür eigne sich das Internet besser als „dickleibige Sammelbände“, so Uekötter, „die dann oftmals [...] wie ein festgefügter Kanon wirken“, weil die „ökologische Erinnerungsgemeinschaft [...] noch zu weiten Teilen in Begriffen, Denk- und Verhaltensweisen verborgen“ liege, „und erst in quasi-archäologischer Manier freigelegt werden“ müsse.[5] Zu den einzelnen „Orten“ gehören Epochen wie die „Kleine Eiszeit“, materiell-kulturelle Artefakte wie das „Windrad“ oder das „Mühlrad“, aber auch ambivalente Einträge wie derjenige zum „Trinkwasser“. Ein nettes Feature ist die Möglichkeit zur Abstimmung am Ende eines jeden Eintrags, ob hier nun ein Erinnerungsort vorliegt oder nicht.

Auch die Auseinandersetzungen um das von Nobelpreisträger Paul Crutzen ins Leben gerufene Anthropozän, also ein Erdzeitalter, das nicht mehr primär durch die Natur, sondern durch menschliche Aktivitäten charakterisiert ist, spielen sich zu einem nicht unerheblichen Teil im Internet ab. Unter dem Dach des Anthropozän-Begriffs versammeln sich Diskussionen und Debatten über Müll und Nachhaltigkeit, über Tiere und den Posthumanismus, über Mobilität und Naturkatastrophen. Das Deutsche Museum in München hat zu 38 Exponaten der Ausstellung Welcome to the Anthropocene. The Earth in Our Hands Comicstrips produzieren lassen, die die Bedeutung etwa der Apollo Mission, des Massentourismus, oder der „Spinning Jenny“ für das neue Zeitalter erklären. Das Center for Culture, History and the Environment (CHE) an der University of Wisconsin in Madison hat dem Thema einen Anthropocene Slam gewidmet. In einem Cabinet of Curiosities wurden im November 2014 in eher unkonventionellen Präsentationen Themen wie der Schraubenschlüssel (Daegan Miller) oder die Flut an gratis CD ROMs (Angelika Möller), mit denen AOL in den 1990er-Jahren die Briefkästen füllte, abgehandelt. Der ganze Slam war im Livestream zu sehen und ist als Aufzeichnung immer noch zu verfolgen.

Das Anthropozän stellt auch unser Verhältnis zur Zeit in Frage, insbesondere unseren Umgang mit dem Long Now, das heißt mit den langfristigen Folgen, die unser heutiges und vergangenes Verhalten noch lange in der Zukunft haben wird. Jo Guldi und David Armitage haben daher in ihrem frei verfügbaren History Manifesto die gegenwärtig vermeintlich dominante Perspektive des short-termism kritisiert und die Rückkehr der longue durée in die historische Forschungspraxis gefordert. Zusammen mit dem Einsatz von Big Data könnten so neue Fragestellungen entworfen und die Geschichtswissenschaft wieder aktualitätsrelevanter werden.

1.2 Institutionelle Infrastrukturen

In den vergangenen Jahren hat die Umweltgeschichte sehr von der Schaffung gleich mehrerer Forschungszentren profitiert. Dazu zählt das Rachel Carson Center for Environment and Society, ein Kooperationsprojekt zwischen der LMU München und dem Deutschen Museum. Ebenso ist hier das am Stockholmer KTH Royal Institute of Technology gegründete Environmental Humanities Laboratory zu nennen, an dem Forschung und Lehre in den Umweltgeisteswissenschaften eng verzahnt werden. Dadurch soll eine neue Generation von integrated environmental humanists ausgebildet werden, die in der Lage sind, die Geisteswissenschaften und hier vor allem die Geschichtswissenschaft auf eine nachhaltige Zukunft auszurichten. In China wurde 2012 an der Renmin Universität das Center for Ecological History gegründet, das eine Scharnierfunktion für den Austausch vor allem mit Europa und den USA hat. Pioniercharakter im baltischen Raum hat das Estonian Centre for Environmental History (KAJAK) an der Tallinn University. Für die Umweltgeschichte Ozeaniens nimmt das Centre for Environmental History an der Australian National University in Canberra eine zentrale Stellung ein, das zudem starke Verbindungen zur Wissensgeschichte und zur Public History aufweist. Nicht unerwähnt bleiben soll das schon Ende 2004 gegründete kanadische Netzwerk NiCHE (Network in Canadian History & Environment / Nouvelle initiative canadienne en histoire de l’environnement), das weit über die Landesgrenzen hinaus aktiv und wirkungsmächtig ist. Die Webauftritte all dieser Einrichtungen sind dabei oft viel mehr als nur Visitenkarten. Dort verzahnt sich interne mit externer Kommunikation, werden Forschungsergebnisse publiziert, Quellen ediert und Veranstaltungen angekündigt.

Die Globalisierung der Umweltgeschichte zeigt sich auch in der Gründung von zwei neuen kontinentalen bzw. regionalen Großverbänden, die an die Seite der nordamerikanischen und europäischen Assoziationen ASEH und ESEH (siehe unten.) getreten sind: Sociedad Latinoamericana y Caribeña de Historia Ambiental (SOLCHA) für Lateinamerika und die Karibik und die Association for East Asian Environmental History (AEAEH) für Ostasien. Auf globaler Ebene ist das Internationale Konsortium von Umweltgeschichtsvereinigungen (ICEHO) für die Organisation der Weltkongresse zuständig.

Die jüngste nationale Neugründung ist die Turkish Society for Environmental History. In Deutschland gibt es nach wie vor weder eine nationale Vereinigung noch eine entsprechende wissenschaftliche Zeitschrift. Dies spricht für die Transnationalität des Faches, ist aber der Sichtbarkeit der Umweltgeschichte und ihrer Verankerung im deutschen Wissenschaftsbetrieb eher abträglich, was sich leicht an der geringen Zahl der einschlägigen Professuren und Studiengänge ablesen lässt. Ein breites Angebot umwelthistorischer Themen findet sich aber zum Beispiel an der TU Darmstadt, an der Universität Freiburg, an der Universität Bern (zusammen mit dem Oeschger Center for Climate Change Research) und am Wiener Zentrum für Umweltgeschichte. Darüber hinaus lässt sich Umweltgeschichte an vielen Orten mittlerweile als Schwerpunkt studieren, oft im Rahmen der Stadt-, Technik- oder Wirtschaftsgeschichte oder der Area Studies.

Das Ende des Göttinger Graduiertenkollegs Interdisziplinäre Umweltgeschichte ist nicht nur für diejenigen, die an einer Promotion in diesem Forschungsfeld interessiert sind, ein spürbarer Verlust. Die dadurch entstandene Lücke in der Graduiertenausbildung wird aber zumindest teilweise durch neue Programme, unter anderem am Rachel Carson Center, ausgeglichen.[32]

Zusammenfassend kann man sagen, dass sich durch die zahlreichen neuen Institutionen und die technologischen Innovationen die Onlinelandschaft der Umweltgeschichte substanziell gewandelt hat.

2. Digitale Informationsressourcen und Medien zur Umweltgeschichte

2.1 Recherche

Portale

Nach wie vor repräsentiert H-Environment die wichtigste globale Kommunikations- und Informationsplattform der Umweltgeschichte. Fast alle einschlägigen (englischsprachigen) Konferenzen, Call for Paper etc. werden hier veröffentlicht. Wenn die Bedeutung von H-Environment über die Jahre aber gesunken ist, liegt das zum einen an der stark gewachsenen Konkurrenz (die im Folgenden beschrieben wird) und an den dezentralen Möglichkeiten der Social Media; zum anderen liegt es aber auch an einer gewissen Entschlackung der Liste, die sich auf einige wenige Kernfunktionen beschränkt. Weggefallen sind etwa die „syllabus library“, einige einführende Texte zu bestimmten Aspekten der Umweltgeschichte und thematische Bibliographien. Mit etwas Mühe lassen sich zumindest einige dieser Ressourcen aber an anderen Orten im Internet wiederfinden. Diskussionen und Debatten, die früher bei H-Environment zumindest gelegentlich stattfanden, scheinen komplett in die blogosphere abgewandert zu sein.

Einen guten Einstieg in die Umweltgeschichte bilden auch die Webseiten der beiden großen umwelthistorischen Verbänden Europas und Nordamerikas. Die European Society for Environmental History (ESEH) wurde 1999 mit dem Ziel gegründet, umwelthistorische Forschung in Europa zu fördern. Die Programme der mittlerweile acht Konferenzen im Zweijahresrhythmus und zum Teil auch Abstracts der individuellen Präsentationen sind online einsehbar, ebenso wie Notepad, der Newsletter der ESEH. Die Linkseite Electronic Resources verweist auf externe Blogs, Twitter-Hashtags, Webseiten etc., die sich mit Umweltgeschichte beschäftigen. Relativ neu ist der Environmental History Book Chat, eine Art literarisches Duett zur Umweltgeschichte. Moderiert von Hannes Bergthaller werden aktuelle Publikationen – etwa Rob Nixons „Slow Violence, Gender and the Environmentalism of the Poor“[37] oder Stephanie LeMenager’s „Living Oil: Petroleum Culture in the American Century“[38], von zwei UmwelthistorikerInnen besprochen. Die Diskussion lässt sich dann als Video im Internet nachverfolgen.

Ein knappes Vierteljahrhundert älter als die ESEH ist die 1977 gegründete American Society for Environmental History (ASEH), deren Webseite ähnlich aufgebaut ist wie die der europäischen Organisation und die ebenfalls Auskunft über Konferenzen, Ankündigungen etc. gibt. Interessant für Lehrende und Studierende sind hier sicherlich die „teaching units“, Literaturempfehlungen und Verlinkungen zu Archiven, Blogs und Webseiten.

Größeren Portalcharakter als die bisher beschriebenen Seiten hat Jan Oosthoeks klar gegliederte Seite Environmental History Resources, die nach wie vor sehr empfehlenswert für die Erkundung der umwelthistorischen Internetlandschaft ist. Zusätzlich zu den Ressourcen, die die oben beschriebenen Seiten besitzen, kann man hier Oosthoeks Blog verfolgen (bislang allerdings erst ein Eintrag), der stattlichen Anzahl von mittlerweile 67 Podcasts zuhören, elf Essays zu Themen wie „Vulkanausbrüchen in der europäischen Geschichte“ oder der „Geschichte des niederländischen Küstenschutzes“ lesen, die alle unter einer Creative Commons Lizenz publiziert worden sind, oder sich eins von zwölf Videos ansehen, die Oosthoek produziert hat. Das Angebot wird ergänzt durch eine ansprechend gestaltete Linksammlung und mehrere Spezialbibliographien.

Ebenfalls dezidiert historisch ist der Webauftritt des kanadischen Netzwerkes NiCHE, der neben einer großen Anzahl von public lectures und Podcasts, eine jeden Monat von Jessica DeWitt zusammengestellte „Hitliste“ der interessantesten und populärsten Webseiten, Blogs, Artikel, Videos etc. zur Umweltgeschichte (#EnvHist Worth Reading) publiziert. Darüber hinaus bietet NiCHE eine ganze Reihe an „digitalen Werkzeugen“ – von Anleitungen für den „Programming Historian“, über Einführungen und umfangreichen Bibliographien zum Thema HGIS (historical geographic information system) bis hin zu einer Linkliste, die zu nützlichen Programmen führt.

Das Portal Environment and Society des Rachel Carson Center ist ein „gateway to openly accessible resources on the human-environment relationship”. Arcadia, ein Kollaborationsprojekt mit der ESEH, offeriert Kurzgeschichten zu Umweltthemen, zum Beispiel über die Erinnerung an die Hamburger Sturmflut von 1962. Virtuelle Ausstellungen beleuchten spezielle Themen in größerer Tiefe und die Multimedia Library schließlich kombiniert sehr benutzerfreundlich den Zugriff auf verschiedene Medien wie Podcasts, Zeitschriften, Filmdokumentationen und vom RCC selbst erstellte Digitalisate von Quellen.

Fachbibliographien

Mit über 45.000 Einträgen ist die Environmental History Bibliography der amerikanischen Forest History Society die mit Abstand größte und nützlichste Fachbibliographie zur Umweltgeschichte. Diese Sammlung geht zurück auf eine ursprünglich forstgeschichtlich ausgerichtete Bibliographie, die vor über 60 Jahren begonnen und zunächst auf Karteikarten gesammelt wurde, seit den frühen 1980er-Jahren aber auch als elektronische Datensammlung vorhanden ist. Diese Daten sind über eine differenzierte Suchmaske leicht zu erschließen, wobei die einzelnen Titel in der Regel mit einer kurzen Inhaltsbeschreibung versehen sind.

Wer an österreichischer Umweltgeschichte interessiert ist, findet auf den Seiten des Wiener Zentrums für Umweltgeschichte die Environmental History Database Austria mit etwa 3.600 Datensätzen, deren Wert nicht zuletzt darin besteht, dass sie auch unveröffentlichte Qualifikationsarbeiten aufnimmt. Spezialbibliographien zur lateinamerikanischen und karibischen Umweltgeschichte findet man auf den Seiten von SOLCHA. Jan Oosthoek hat gleich dreizehn zwar kurze, aber mit einem einführenden Essay versehene thematische Literaturlisten zu Themen wie der Umweltgeschichte Großbritanniens, der Pazifikinseln oder der urbanen Verschmutzung zusammengestellt.

Bibliotheken, Archive und Quellen

Literatur und Dokumente zur Umweltgeschichte finden sich in den unterschiedlichsten Beständen staatlicher und privater Archive und Bibliotheken. Dementsprechend schwierig gestaltet sich oft die Suche nach relevantem Quellenmaterial. Die wenigen Einrichtungen, die einen Schwerpunkt auf umwelthistorischen Themen aufweisen, sind oft zugleich Bibliothek und Archiv. Dies gilt zum Beispiel für die Stiftung Naturschutzgeschichte, die ihren Sitz auf dem Drachenfels oberhalb von Königswinter hat, einem der ersten Naturschutzgebiete überhaupt. Archiv und Bibliothek widmen sich dabei der Geschichte des Naturschutzes in Deutschland. Die insgesamt 75 Bestände, die Naturschutzaktivitäten über die letzten einhundert Jahre dokumentieren, sind online über eine Datenbank erschließbar, allerdings nicht digitalisiert. Die Bibliothek umfasst circa 13.000 Titel, darunter auch graue Literatur.

Das Studienarchiv Umweltgeschichte der Hochschule Neubrandenburg ist nach eigenen Angaben die „umfangreichste Sammlung zur ostdeutschen Umwelt- und Naturschutzgeschichte“. Die Bibliothek weist 15.000 Monographien und mehr als 1.000 Reihen- und Zeitschriftentitel auf. Von den 300 lfd. Metern Archivbestand sind bislang 120 Meter erschlossen und recherchierbar. Zu diesen Beständen, die zum großen Teil auf Schenkungen von mehreren Hundert Privatpersonen basieren, gehört Schriftgut ebenso wie Fotos, Medaillen oder Wimpel.

Ein weiteres Archiv zur Geschichte des Umweltschutzes in Deutschland, das eco-Archiv in Hofgeismar, wurde 2006 komplett an die Friedrich Ebert Stiftung (FES) übergeben, die mit finanzieller Hilfe der DFG alle 24.000 Bände der Bibliothek des Archivs in ihren eigenen Katalog einarbeitet. Die Monographien sollen dann sowohl über den OPAC der FES als auch über den KOBV und den Karlsruher Virtuellen Katalog (KVK) nachweisbar sein, die Periodika über die ZDB. Darüber hinaus sollen ausgewählte Quellen und zusätzlich alle erhaltenen Ausgaben der Zeitschriften des Touristenvereins Die Naturfreunde digitalisiert und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden. Die ersten zehn Hefte sind bereits einsehbar.

Relevant für umwelthistorische Studien können des Weiteren Spezialbibliotheken und Archive wie diejenige des Deutschen Alpenvereins oder der Deutschen Bundesstiftung Umwelt sein. Ein breites Spektrum an Themen deckt darüber hinaus das Archiv und die Forschungsbibliothek des Deutschen Museums ab.

Eine interessante archivübergreifende Recherchemöglichkeit im Internet bietet der Guide to Environmental History Archival Collections der Forest History Society, eine Datenbank, die Beschreibungen von mehr als 7.000 Verzeichniseinheiten zur Umweltgeschichte aus über 450 Archiven weltweit (allerdings mit starkem Fokus auf Nordamerika) enthält. Dabei scheint sich die Texterkennung (oder die Anzahl der mittlerweile eingescannten Texte) deutlich verbessert zu haben, denn resultierten vor zehn Jahren Abfragen von so zentralen Begriffen wie „soil“ oder „flood“ in lediglich fünf bzw. sechs Treffern, so sind es mittlerweile 147 bzw. 114.[61] Weitere Linklisten mit Verweisen zu umwelthistorisch relevanten Archiven finden sich bei der ASEH (für Nordamerika) und, geographisch ausgewogener, bei NiCHE. Sehr empfehlenswert ist zudem die Biodiversity Heritage Library, ein Kollaborationsprojekt von 16 Bibliotheken von Naturkundemuseen und Botanischen Gärten, die ihre historischen Bestände zur Artenvielfalt digitalisiert und via Open Access der Öffentlichkeit zugänglich gemacht haben. Zwar ist diese Seite ausschließlich englisch-sprachigen Dokumenten gewidmet, es gibt aber mittlerweile „Ableger“ auf der ganzen Welt.[65] Schließlich lohnt sich fast immer eine Suche im Internet Archive und in Flickr Commons.

2.2 Kommunikation

Listen

Trotz der gewachsenen Konkurrenz ist H-Environment immer noch die zentrale Diskussionsplattform und eine Art schwarzes Brett für Umweltgeschichte im Internet. Hier können eingetragene Mitglieder bzw. Subskribenten, wie auf anderen H-Net-Listen auch, über einen E-Mail-Verteiler über verschiedene Themen der Umweltgeschichte Informationen austauschen. Über diese moderierte Liste werden Konferenzankündigungen ebenso wie Stellenangebote, Anfragen und Rezensionen versandt. Dominant sind auch hier allerdings US-amerikanische Themen.

Aufgrund des interdisziplinären Charakters der Umweltgeschichte ist es unbedingt empfehlenswert, auch andere Listen zu konsultieren. Zwar bemühen sich die Herausgeber von H-Environment um cross-postings, also um die Duplikation umwelthistorisch relevanter Beiträge aus anderen Listen, aber Vollständigkeit kann auf diese Weise natürlich nicht garantiert werden. Je nach Themenschwerpunkt, Spezialisierungsgrad und Interesse können zum Beispiel Listen für die Geschichte von Wasser, über Demografie, Stadtgeschichte, Historische Geografie, Agrargeschichte oder über das Tier-Mensch Verhältnis sowie etliche Foren mit regionalem Schwerpunkt, die natürlich auch umwelthistorische Aspekte beinhalten, von Interesse sein. Wer sich für die Geschichte von Naturgefahren und Naturkatastrophen interessiert, sollte sich zudem für die E-Mail-Verteiler des Arbeitskreises Naturgefahren und Naturrisiken der Deutschen Gesellschaft für Geographie (DGfG) und des Netzwerkes zur Katastrophenforschung Kat-Net anmelden.

Rezensionen

Nach wie vor eine große Rolle in der Onlinelandschaft der Umweltgeschichte spielen Rezensionen und auch hier bietet H-Environment mit mehreren Hundert Einträgen immer noch das größte Reservoir. Wer allerdings nach nicht-englischsprachigen Titeln sucht, wird hier – von wenigen Ausnahmen abgesehen – nicht fündig werden. Internet-Rezensionen zu deutschsprachigen Werken der Umweltgeschichte sucht man daher besser bei sehepunkte, das für umwelthistorische Bücher eine eigene Kategorie bereithält, die mit nicht weniger als 150 Titeln gefüllt ist. Auch bei H-Soz-Kult lassen sich archivierte umwelthistorische Besprechungen separat anzeigen (unter der Rubrik „Thema“ in Rezensionen). Hier ist die Gesamtzahl der besprochenen Werke von 27 gegen Ende des Jahres 2005 auf gegenwärtig (September 2015) 149 angestiegen. Eine populäre Sonderform der Rezension stellen die mittlerweile 36 Roundtable Reviews bei H-Environment dar, bei denen mehrere Rezensenten ein Buch besprechen und die AutorInnen des besprochenen Werkes am Ende auf die Anmerkungen reagiert.

Social Media

Die sozialen Medien und das Web 2.0 haben einen profunden Einfluss auf die Wissenschaftslandschaft und damit auch auf die Umweltgeschichte. Es wird längst nicht mehr nur geschrieben, geredet und zugehört, sondern zunehmend auch gebloggt, getwittert und gepostet. Auf Twitter wird #envhist von den meisten großen Umweltgeschichtsvereinigungen, Forschungszentren, Netzwerken usw. für Ankündigungen und ähnliche Kurzinformationen genutzt. Via Twitter kann man auch live Kommentare zu Konferenzen, Workshops und Vorträgen verfolgen und posten (zum Beispiel im Juli 2015 unter #climatemigration) oder sich über spezielle Themen wie die langfristigen Auswirkungen der Rohstoffextraktion im Norden Kanadas informieren (@abandonedminesnc).

Auch bei anderen kommerziellen Anbietern finden sich manchmal interessante Angebote. So kann man bei academia.edu Gruppen zu „environmental history“ und verwandten Forschungsfeldern wie „environmental humanities“, „historical geography“ oder „political ecology“ folgen (per Suchfunktion auf dem Portal erschließbar). Beim Karrierenetzwerk LinkedIn folgen mehr als 900 Teilnehmer und Teilnehmerinnen der Gruppe Environmental History, die sehr zeitnah über aktuelle Umweltthemen mit historischem Bezug informiert. Und schließlich gibt es bekanntlich für alles eine App, so mittlerweile auch für die Umweltgeschichte – allerdings bislang nur für das iPhone.

Natürlich hat auch die Blogosphere vor der Umweltgeschichte nicht Halt gemacht. Eine ganze Reihe an Blogs widmet sich Umweltthemen mit historischer Dimension. Gute Übersichten finden sich auf den Seiten der ASEH und von NiCHE. Bei den Kanadiern findet sich auch ein informatives Video, in dem Sean Kheraj und Jessica DeWitt mehrere Blogs portraitieren.

2.3 Digitale Medien

Elektronische Zeitschriften

Die beiden großen Zeitschriften der Umweltgeschichte, zugleich auch offizielle Publikationsorgane der Gesellschaften ASEH bzw. ESEH, sind Environmental History (seit 1990/1996) und Environment & History (seit 1995). Beide Journale sind zwar keine Online-Publikationen, für Mitglieder aber im Volltext digital verfügbar und natürlich in den einschlägigen Datenbanken wie JSTOR erhältlich. 2008 kam die Zeitschrift Global Environment dazu, die dem Globalen Süden mehr Aufmerksamkeit schenkte. Global Environment war zunächst frei verfügbar, wird seit 2014 aber von Whitehorse Press verlegt und ist damit eine „reguläre“ Zeitschrift geworden. Jede zweite Ausgabe ist ein vom Rachel Carson Center herausgegebenes Sonderheft und frei zugänglich.

Ebenfalls barrierefrei konsumierbar ist die 2012 gegründete Zeitschrift Environmental Humanities, die interdisziplinäre Zugänge der Geisteswissenschaften zu Umweltthemen betont. Das Gleiche gilt für die offizielle Publikation des Rachel Carson Centers in München. Die RCC Perspectives versammeln dabei unterschiedliche Formate. Die einzelnen Ausgaben reichen von „Festschriften“, etwa für Jane Carruthers (1/2014), über Auszüge aus einem Gespräch, das mehrere RCC Fellows mit Ulrich Beck geführt haben (6/2011), bis hin zu regulären Themenheften (etwa 3/2015). Die Zeitschrift Water History ermöglicht den Herausgebern eines „Special Issue“ gegen eine Gebühr den Open Access. Auf diese Weise ist zum Beispiel das sehr gelungene Themenheft zur Geschichte der Donau in Wien zustande gekommen.[92]

Soeben auf den Weg gebracht wurde das australische International Review of Environmental History. Angekündigt ist die erste Ausgabe des Journal for the History of Environment and Society, das auf Open Access basiert, die Nachfolgerin des niederländischen Jaarboek voor Ecologische Geschiedenis ist und Artikel in Englisch, Französisch und Deutsch aufweisen wird.

Elektronische Publikationen

Monographien und Sammelbände sind in viel kleinerem Maßstab im Volltext verfügbar. Die University of Pittsburgh Press hat aber zum Beispiel mehrere Hundert Bücher online gestellt, zumeist ältere Titel, die nicht mehr nachgedruckt werden. Darunter befinden sich auch etliche „Klassiker“ der Umweltgeschichte wie Samuel P. Hays‘ „Conservation and the Gospel of Efficiency“ oder Martin Melosis „Effluent America“.[95] Immer noch als pdfs herunterzuladen sind auch etliche der Publikationen, die aus dem leider nicht mehr existierenden Göttinger Graduiertenkolleg Interdisziplinäre Umweltgeschichte hervorgegangen sind.

Thematische Websites, multimediale Publikationen

Einen guten Zugang zu multimedialem Content bietet die Multimedia Library des Portals des Rachel Carson Centers. Hier findet man TED Talks mit Umweltbezug ebenso wie Digitalisate frühneuzeitlicher Flugblätter aus der Bayerischen Staatsbibliothek oder eine Galerie zu Green Art. Interessant sind auch die virtuellen Ausstellungen an anderer Stelle des Portals. Die Themen der klar gegliederten und visuell ansprechenden exhibitions reichen von Hungerkrisen im Indien des neunzehnten Jahrhunderts über die Expeditionen des deutschen Polarforschers Alfred Wegener bis zur Bedeutung von Wasser in der Geschichte Bogotás.

Podcasts

Großer Beliebtheit innerhalb der Umweltgeschichts-community erfreuen sich nach wie vor die Podcasts, also abonnierbare Audio- oder Videodateien, die Interviews mit HistorikerInnen sein können, aber auch Berichte von Konferenzen, Buchbesprechungen oder ähnliches. Auf Jan Oosthoeks Seite finden sich mittlerweile 67 solcher Podcasts, etwa über Müll im Weltraum (#67) oder Hunde in der Stadt (#47). Sehr zu empfehlen ist auch backstoryradio, eine Art historischer Radiosendung, die immer wieder auch mit Umweltthemen aufwartet. Das Environmental Humanities Laboratory am Stockholmer KTH hat neben Interviews mit Robert Nixon, Heather Goodall, Donald Worster, Jane Carruthers, Will Steffen, Alan MacEachern und Edmund Russell auch VideoDictionaries: fünf bis zehn Minuten lange Statements oder Einträge von bekannten UmwelthistorikerInnen zu einem speziellen Thema. So referiert Harriet Ritvo über Tiere, Edmund Russell über „Evolutionary History“ und Iris Borowy über den „Brundlandt Report“.

3. Zusammenfassung

Insgesamt bietet das Internet eine Fülle an Informations- und Recherchemöglichkeiten für Studierende, Lehrende und allgemein Interessierte. Gleichzeitig haben sich die Textproduktionsbedingungen mittlerweile erheblich dezentralisiert und demokratisiert. Wer will, kann heute auf seiner eigenen Webseite wissenschaftliche Essays publizieren, kann Blogs schreiben, live von Konferenzen twittern oder abends im Hotelzimmer noch Zusammenfassungen (recaps) des täglichen Konferenzgeschehens aufnehmen, schneiden und in die Welt schicken, so wie Sean Kheraj, einer der umtriebigsten digitalen Umwelthistoriker, es während der Jahrestagung der ASEH 2015 in Washington, DC, getan hat. Diese Aktivitäten haben stark integrativen Charakter, sind oft humorvoll und haben die Bandbreite an Möglichkeiten akademischer Tätigkeiten in der Umweltgeschichte extrem erweitert.

Die Dynamik und die Volatilität des Mediums Internet haben aber auch ihre Schattenseiten. So konnten von über 80 Links aus dem ursprünglichen Bericht mehr als die Hälfte nicht mehr gefunden werden. Einige Seiten sind dabei nur migriert und unter neuer URL platziert, etliche Informationen sind aber auch nach intensiver Suche nicht mehr auffindbar. Auch ist noch nicht ausreichend debattiert worden, was es bedeutet, dass sich ein nicht unerheblicher Anteil der wissenschaftlichen Kommunikation zu kommerziellen Anbietern wie Twitter, Facebook, academia.edu, LinkedIn etc. verlagert hat. Zudem wird Vielfalt oft eher suggeriert als hergestellt. Es wimmelt an Selbstreferentialität und ein scheinbar neues Angebot ist oft nur eine Kopie oder ein Link. Zudem mangelt es vielen Internetangeboten in der Umweltgeschichte nach wie vor an inhaltlicher Tiefe, aber das mag sich mit der technologischen Weiterentwicklung schnell ändern. Die Möglichkeiten der Onlinewelt sind hier auf jeden Fall noch lange nicht ausgeschöpft.

Literaturhinweise

Brüggemeier, Franz-Josef, Schranken der Natur. Umwelt, Gesellschaft, Experimente. 1750 bis heute, Essen 2014.
Hughes, J. Donald, What is Environmental History? Cambridge, MA, 2006.
McNeill, John R., Something New under the Sun. An Environmental History of the Twentieth-Century World. New York/London 2000.
Reith, Reinhold, Umweltgeschichte der Frühen Neuzeit. München 2011.
Siemann, Wolfram (Hrsg.), Umweltgeschichte: Themen und Perspektiven, München 2003.
Schott, Dieter, Europäische Urbanisierung (1000–2000). Eine umwelthistorische Einführung, Köln 2014.
Uekötter, Frank, Umweltgeschichte im 19. und 20. Jahrhundert, München 2007.
Winiwarter, Verena; Knoll, Martin, Umweltgeschichte. Eine Einführung, Stuttgart 2007.

Fußnoten

  1. [5] Uekötter, Frank, Vorwort zur neuen Buchreihe, in: Waltenberger, Sarah, Kneipp, Sebastian, Die Genese eines Erinnerungsortes (=Umwelt und Erinnerung, Bd.1), 2013, S. 5, http://www.umweltunderinnerung.de/images/umweltunderinnerung/publikationen/1_U&E_Waltenberger.pdf.
  2. [32] http://www.carsoncenter.uni-muenchen.de/study/env_stud_certificate_program/index.html
  3. [37] Nixon, Rob, Slow Violence, Gender and the Environmentalism of the Poor, Cambrigde/MA 2011, http://eseh.org/eh-book-chat-on-rob-nixons-slow-violence.
  4. [38] LeMenager, Stephanie, Living Oil: Petroleum Culture in the American Century, New York 2014, http://eseh.org/eh-book-chat-on-stephanie-lemenagers-living-oil.
  5. [61] Die Zahl der erfassten Bestände, die gleich geblieben ist, kann nicht für das Wachstum verantwortlich gemacht werden.
  6. [65] Vgl. etwa http://www.bhl-europe.eu.
  7. [92] Arnold, Ellen (Hrsg.), Dealing with fluvial dynamics: A long-term, interdisciplinary study of Vienna and the Danube, Special Issue of Water History 5 (2/2013), http://link.springer.com/journal/12685/5/2/page/1.
  8. [95] http://digital.library.pitt.edu/p/pittpress; einige Titel aus der Umweltreihe sind auch in der Multimedia Library des Rachel Carson Centers verfügbar: http://www.environmentandsociety.org/mml/collection/12099.

Zitation

Uwe Lübken, Umweltgeschichte, in: Clio Guide – Ein Handbuch zu digitalen Ressourcen für die Geschichtswissenschaften, Hrsg. von Laura Busse, Wilfried Enderle, Rüdiger Hohls, Gregor Horstkemper, Thomas Meyer, Jens Prellwitz, Annette Schuhmann, Berlin 2016 (=Historisches Forum, Bd. 19), http://www.clio-online.de/guides/themen/umweltgeschichte/2016.

Für Clio-online verfasst von:

Uwe Lübken

PD Dr. Uwe Lübken ist Umwelt- und Nordamerikahistoriker. Er forscht am Rachel Carson Center for Environment and Society der LMU München und lehrt am Amerika-Institut der LMU. 2014 erschien seine überarbeitete Habilitationsschrift „Natur der Gefahr: Überschwemmungen am Ohio River im 19. und 20. Jahrhundert".