Frühe Neuzeit

1. Die Frühe Neuzeit: Ein goldenes Zeitalter für die Retrodigitalisierung

1.1 Entstehung und Institutionalisierung der Frühneuzeitforschung

Die Frühe Neuzeit kann pragmatisch als die Epoche der drei von 1500 bis 1800 reichenden Jahrhunderte definiert werden[1], wobei thematisch ein Zurückgreifen bis ins 15. Jahrhundert mit der Entstehung des Buchdrucks und der Entdeckung Amerikas implizit mitgedacht wird; ebenso bilden die Französische Revolution und das Zeitalter Napoleons als Ganzes den groben Endpunkt. Der Begriff der Frühen Neuzeit selbst wurde in unterschiedlichen Kontexten in der Geschichtswissenschaft durchaus bereits in den Jahrzehnten um 1900 verwendet[2], als anerkannte Teildisziplin mit eigenen Lehrstühlen und Institutionen begann sich die Erforschung der Frühen Neuzeit in der Geschichtswissenschaft indes erst seit den 1950er-Jahren zu formieren. Mit Konzepten wie der „Konfessionsbildung“ oder der „Sozialdisziplinierung“ entwickelten in Deutschland Ernst Walter Zeeden und Gerhard Oestreich erste, genuin die Frühe Neuzeit charakterisierende Interpretationsmodelle. Ein neuer, Sozial- und Verfassungsgeschichte verbindender Blick auf das Alte Reich folgte, ebenso wie eine intensive Rezeption der neuen Kulturgeschichte in den 1990er-Jahren und ein damit einhergehender Boom von Themen wie zum Beispiel der Erforschung der Hexenverfolgungen.[3]

In den 1950er-Jahren gab es freilich kaum Lehrstühle, die einen dezidierten Fokus auf die Frühe Neuzeit hatten. Eine neue Forschungseinrichtung wie das 1950 in Mainz gegründete Institut zur Erforschung der europäischen Geschichte hatte zwar Schwerpunkte auf der Frühen Neuzeit, sein Arbeitsgebiet reichte und reicht aber darüber hinaus. Auch die noch 1957 in Bonn begründete Vereinigung zur Erforschung der Neueren Geschichte e.V. hat in ihrer Satzung offiziell den Zeitraum vom 16. bis zum 20. Jahrhundert als ihr Aufgabengebiet definiert, praktisch indes mit der Herausgabe der Acta Pacis Westphalicae als ihrem Hauptprojekt klar die Frühe Neuzeit im Blick. Natürlich gab es auch bereits deutlich früher gegründete Vereinigungen, die aufgrund ihrer thematischen Orientierung per se zur Frühneuzeitforschung zählten, wie zum Beispiel der Verein für Reformationsgeschichte oder die Gesellschaft zur Herausgabe des Corpus Catholicorum e.V..

Vor allem seit den 1970er-Jahren wurden mehrere Arbeitskreise gegründet, die sich dezidiert frühneuzeitlichen Themen widmen. Ein wichtiger Kristallisationspunkt war und ist die Herzog-August-Bibliothek in Wolfenbüttel mit ihren Arbeitskreisen für Renaissanceforschung (1976) und Barockforschung (1972). Dazu kam die 1975 gegründete Deutsche Gesellschaft für die Erforschung des 18. Jahrhunderts e.V. An weiteren spezifischen Arbeitskreisen seien in Auswahl genannt: Arbeitskreis Interdisziplinäre Hexenforschung (1985), Arbeitskreis Geschlechtergeschichte der Frühen Neuzeit (1994) sowie der Arbeitskreis Militär und Gesellschaft in der Frühen Neuzeit e.V. (1995). In gewisser Weise einen Abschluss und einen Höhepunkt der Formierung der Frühneuzeithistoriker bildete die 1994 erfolgte Gründung der Arbeitsgemeinschaft Frühe Neuzeit im Rahmen des Verbandes der Historiker und Historikerinnen Deutschlands. Beispiele internationaler Verbände sind die Sixteenth Century Society & Conference oder ISECS - International Society for Eighteenth-Century Studies.

Neben diesen Vereinen und Arbeitsgemeinschaften hat sich seit den 1960er-Jahren die Frühe Neuzeit auch an den Universitäten als ein eigenes Arbeitsfeld institutionalisiert. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts gab es 55 geschichtswissenschaftliche Lehrstühle in Deutschland mit einem einschlägigen Schwerpunkt. Dazu kam in den letzten Jahren eine kleine Welle der Gründung von Instituten und Zentren an Universitäten. Genannt seien: Institut für europäische Kulturgeschichte, Augsburg[17], Zentrum für Mittelalter- und Frühneuzeitforschung, Göttingen, Interdisziplinäres Zentrum für die Erforschung der europäischen Aufklärung, Halle-Wittenberg, Interdisziplinäres Zentrum für Pietismusforschung, Halle, IKFN: Interdisziplinäres Institut für Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit, Osnabrück, Frühneuzeitzentrum Potsdam, IEFN: Institut für die Erforschung der Frühen Neuzeit, Wien.

1.2 Die frühneuzeitliche Medienrevolution und ihr digitales Nachleben

Die institutionalisierte Frühneuzeitforschung hat auch ihren Anteil an der Etablierung einer digitalen Geschichtswissenschaft in Deutschland. Eines der ersten Projekte, das sich dezidiert mit den Möglichkeiten eines durch die Technologie des World Wide Web rasch auch in einer breiteren Fachöffentlichkeit akzeptierten Internets auseinandersetzte, war das am Lehrstuhl von Winfried Schulze konzipierte und von Gudrun Gersmann geleitete Projekt Server Frühe Neuzeit.[24] 1999 ging der Server ans Netz, zwei Jahre später wurde er dann aber in historicum.net, ein epochal übergreifendes Portal, überführt. Das Projekt Server Frühe Neuzeit arbeitete von Anfang an mit der Bayerischen Staatsbibliothek zusammen und es zeichnete sich auch früh ab, dass die Digitalisierung der in den Forschungs- und Universitätsbibliotheken aufbewahrten frühneuzeitliche Drucke eine wichtige Rolle für eine digital fokussierte Frühneuzeitforschung spielen sollte.

Schließlich war die Frühe Neuzeit als Epoche mit durch die Erfindung des Buchdruckes geprägt und die Kommunikations- und Medienrevolution zudem zu einem wichtigen Thema der geschichts- und kulturwissenschaftlichen Forschung selbst geworden.[26] In diesem Kontext spielte eine nicht unwichtige Rolle, dass die Geisteswissenschaften schon seit langem an einer umfassenden Erschließung der frühneuzeitlichen Drucke interessiert waren und die Bibliotheken mit einschlägigen Altbeständen auch entsprechende Projekte durchführten (siehe Kap. 2.1). In Deutschland hatte Bernhard Fabian mit seiner Studie Buch, Bibliothek und geisteswissenschaftliche Forschung Anfang der 1980er-Jahre[27] eine großangelegte Initiative in Gang gebracht, die zur Entstehung der Arbeitsgemeinschaft Sammlung Deutscher Drucke führte, einer Gruppe deutscher Forschungsbibliotheken, die als kooperative deutsche Nationalbibliothek für Drucke der Frühen Neuzeit fungierte, da es eine moderne Nationalbibliothek in Deutschland erst seit der Errichtung der Deutschen Bücherei in Leipzig im Jahr 1912 gibt. Innerhalb der AG Sammlung Deutscher Drucke ist für die Frühdruckzeit und das 16. Jahrhundert die Bayerische Staatsbibliothek in München zuständig, für das 17. Jahrhundert die Herzog-August-Bibliothek in Wolfenbüttel und für das 18. Jahrhundert die Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen. Damit fand die Entwicklung in Deutschland Anschluss an den Stand der bibliographischen Erfassung alter Drucke im englischsprachigen Raum, für den es den English Short Title Catalogue sowie darauf basierende, von kommerziellen Verlagen durchgeführte Mikroverfilmungen frühneuzeitlicher Drucke gab.

Als sich im Laufe der 1990er-Jahre das Web zu etablieren begann, lagen mithin Strukturen und Erschließungsprojekte vor, auf die für eine Digitalisierung der frühneuzeitlichen Drucküberlieferung aufgesetzt werden konnte. Am schnellsten war die Entwicklung im englischsprachigen Raum, da hier die vorhandenen Mikrofilmsammlungen der frühneuzeitlichen Drucke die Basis der Digitalisierung bildeten. Im zentralistischer strukturierten Frankreich begann die Nationalbibliothek in Paris mit der Bibliotheca Gallica ein groß angelegtes Digitalisierungsvorhaben, in dem frühneuzeitliche Medien einen wichtigen Raum einnahmen. In Deutschland entwickelten sich nach ersten Einzelprojekten diejenigen Bibliotheken zu Trägern der Massendigitalisierung frühneuzeitlicher Bücher, die im Rahmen der AG Sammlung deutscher Drucke als Nationalbibliotheken fungierten sowie auf der Basis der Projekte Verzeichnis der im deutschen Sprachbereich erschienenen Drucke des XVI. Jahrhunderts (VD 16), Verzeichnis der im deutschen Sprachraum erschienenen Drucke des 17. Jahrhunderts (VD 17) sowie dem Verzeichnis der im deutschen Sprachraum erschienenen Drucke des 18. Jahrhunderts (VD 18) ihre entsprechenden Drucke im Verbund mit anderen Bibliotheken katalogisierten und zu digitalisieren begannen.

Wie groß ist nun der Anteil der bereits digitalisierten Drucke am Gesamt der frühneuzeitlichen Buchproduktion? Mit Zahlenangaben bei der Kalkulation des Umfangs der frühneuzeitlichen Drucküberlieferung muss man immer vorsichtig sein. Allein bis 1600 sind Andrew Pettegree zufolge circa 345.000 gedruckte Bücher verlegt worden[34] und in den beiden darauffolgenden Jahrhunderten, insbesondere im 18. Jahrhundert, erhöhte sich diese Zahl noch einmal signifikant. Die Heritage of Printed Book Database weist derzeit über drei Millionen Drucke der Zeit von 1455 bis 1830 nach. Geht man von den für den englisch-, französisch- und deutschsprachigen Raum bereits retrodigitalisierten Drucken aus – das sind derzeit circa eine Millionen[36] –, so kann man beim derzeitigen Stand bei grober Kalkulation davon ausgehen, dass ungefähr ein Drittel der Drucküberlieferung der Frühen Neuzeit bereits digitalisiert ist. So wie in der Frühen Neuzeit, besonders zu Beginn des Buchdrucks, in der Inkunabel-Ära des 15. Jahrhunderts, die handschriftliche Überlieferung in die neue Medienform des gedruckten Buches überführt worden war, begann mithin Ende des 20. Jahrhunderts die Überführung der frühneuzeitlichen Drucke in digitale Form. Für die Frühneuzeitforschung markiert das sicherlich keine neue Epoche. Aber die Möglichkeit, mit der Printüberlieferung zu arbeiten und neue Auswertungsmethoden einzusetzen, hat sich zweifelsohne signifikant verbessert.

1.3 Wie gewonnen so zerronnen? – Websites zur Frühen Neuzeit

Auch wenn die Digitalisierung frühneuzeitlicher Drucke durch Bibliotheken und Verlage für die Forschung ein Vorgang ersten Ranges ist, so haben Frühneuzeithistoriker seit den 1990er-Jahren doch auch zahlreiche eigene digitale Initiativen entwickelt, um die Möglichkeiten der neuen Technologie zu erproben. Ein Pilotprojekt zur Digitalisierung archivalischer Quellen wurde vom Stadtarchiv Duderstadt und Manfred Thaller am ehemaligen Max-Planck-Institut für Geschichtswissenschaft in Göttingen durchgeführt. Bestände des Stadtarchivs, spätmittelalterliche Amtsbücher, Ratsprotokolle etc., wurden in großem Stil von 1996–1999 digitalisiert, insgesamt circa 77.000 Seiten, um daran prototypisch die Möglichkeiten digital basierter geschichtswissenschaftlicher Forschung aufzeigen zu können.[37] Am Lehrstuhl von Wolfgang Schmale an der Universität Wien wurde mit den Optionen hypertextueller Publikationen experimentiert.[38] Ein konkretes Ergebnis davon war PastPerfect. Die Geschichte Europas zwischen 1492 und 1558, ein hypertextuelles Lehrbuch zur europäischen Geschichte in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts.

Beide in ihrer Art ausgesprochen interessanten Projekte sind indes nach einigen Jahren aus dem Netz verschwunden. PastPerfect kündigt immerhin an, dass daran gearbeitet wird, die Publikation wieder öffentlich zugänglich zu machen. Beide Beispiele zeugen von den Schwierigkeiten, mit denen Pilotprojekte zu kämpfen haben. Und sie indizieren auch eine grundsätzliche Problematik digital basierter Forschung: Die prekäre Situation der eigenen Überlieferung. Auch wenn mittlerweile Digitalisate in standardisierten Formaten, wie zum Beispiel TIFF oder XML, gute Prognosen haben, was ihre Langzeitarchivierbarkeit angeht, so gilt dies nicht in gleichem Maße für Projekte, die auf komplexeren Datenbanksystemen und ggf. spezifischer Programmierung aufsetzen. Und nicht minder wichtig als technische Standardisierung ist die institutionelle und technische Sicherung des Serverbetriebs.

Solch ungelösten Fragen haben die Frühneuzeithistoriker indes nicht davon abgehalten, weiter mit dem „Medium Website“ zu arbeiten und die Optionen digitaler Forschung auszuloten. Ein Schwerpunkt liegt dabei eindeutig auf der Präsentation und Erschließung von Quellen oder daraus gewonnener Daten, also auf dem, was in herkömmlicher Terminologie unter dem Begriff der Edition firmierte. Das „Medium Website“ spielt in diesem Kontext seine eigene Qualität vor allem dort aus, wo es Quellen in einem Umfang und in einer Form erschließt, die die Möglichkeiten gedruckter Editionen übersteigt. So betonen zum Beispiel Hans Medick und Norbert Winnige, die Herausgeber der Website Mitteldeutsche(n) Selbstzeugnisse der Zeit des Dreißigjährigen Krieges, dass dieses Projekt, das im Kern allein 2.636 Textseiten ediert, in gedruckter Form nicht realisierbar gewesen wäre. Die Nutzung von XML und die Kooperation mit der Thüringischen Universitäts- und Landesbibliothek Jena lassen hoffen, dass diese Website auch längerfristig der Forschung zur Verfügung steht. Während diese Website Einblicke in den Alltag in Mitteldeutschland in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges am Beispiel der Selbstzeugnisse von vier Zeitgenossen ermöglicht, dokumentieren, um noch ein weiteres bekanntes Beispiel zu nennen, The Proceedings of the Old Bailey. London’s Criminal Court, 1674 to 1913, den Alltag eines englischen Gerichtshofs. Mit gut 190.000 digitalisierten Seiten der Old Bailey Proceedings ist dieses Projekt noch voluminöser, veranschaulicht gerade dadurch aber auch, welche Optionen das „Medium Website“ bieten kann: Die Aufbereitung großer, möglichst periodischer oder serieller Quellen für eine Volltextrecherche, um auf diesem Weg direkt zu Quellenstellen für spezifische Fragen zu kommen bzw. mit Text Mining-Methoden arbeiten zu können.

Die frühen Pilotprojekte, die – zumindest temporär – aus dem Netz verschwundenen und der Fachöffentlichkeit entzogenen Ergebnisse digitaler Aktivitäten aus den 1990er-Jahren, belegen ebenso wie viele (noch) existierende und etablierte Websites zur Geschichte der Frühen Neuzeit, dass digitalisierte Quellen und digitale Methoden Teil des Forschungsfeldes der Frühneuzeithistoriker geworden sind. In Kap. 2 sollen nun ausgewählte Online-Ressourcen systematischer vorgestellt werden, wobei der Raum des Alten Reichs im Zentrum steht (mit Ausblicken auf Großbritannien und Frankreich).

2. Online-Ressourcen zur Frühen Neuzeit

2.1 Recherche

Portale

Ein zentrales, etabliertes Portal für die Frühneuzeitforschung gibt es nicht. Europäische Geschichte Online hat eher den Charakter eines einführenden Online-Handbuchs und greift, gemäß der Zielsetzung des Leibniz-Instituts für europäische Geschichte in Mainz, wo es entstanden ist, auch über die Epoche der Frühen Neuzeit hinaus. Frühneuzeithistoriker nutzen daher in Deutschland als Einstiegsportale primär Clio-online und historicum.net mit ihren unterschiedlichen Angeboten. De facto bedeutet dies aber auch, dass für die spezifischen Recherchezwecke der Frühneuzeithistoriker Bibliothekskataloge und Fachbibliographien weiterhin eine primäre Rolle spielen.

Historicum.net hat unter der Rubrik Themen einen Einstieg zu verschiedenen frühneuzeitlichen Themen, was auch mit seiner Entstehungsgeschichte aus dem Projekt Server Frühe Neuzeit zusammenhängt. Ende der 1990er-Jahre waren auch weitere Websites entstanden, die sich als Portale für die Frühneuzeitforschung verstanden und die zum Teil sogar noch heute im Netz zu finden sind. Im Kern handelt es sich dabei um Auflistungen einschlägiger Ressourcen im Netz. Genannt sei nur die Virtual Library Frühe Neuzeit, deren Angebot auf dem Stand von 2006 heute noch im Netz zu finden ist. Aktueller ist der Early Modern Hub, ein Verzeichnis, das von der britischen Historikerin Sharon Howard gepflegt wird. Vom Prinzip her vergleichbar, wenn auch weniger à jour und umfangreich, ist das private Projekt WebHistoriker. Ein Portal zur Geschichte der Frühen Neuzeit von Michael Schnell. Immerhin bieten die beiden letztgenannten Sites einen rudimentären Einstieg zu Ressourcen im Netz.

Für einen ersten Einstieg können durchaus auch übergreifende Portale digitaler Medien und Objekte, wie Europeana oder die Deutsche Digitale Bibliothek, von Nutzen sein. Interessant ist hier vor allem, dass sie unterschiedliche Quellenformen integrieren, von Texten über Bilder bis zu musealen Objekten. Damit können sie die Nutzung fachspezifischer Ressourcen, wie sie in Kap. 2.3 beschrieben werden, ergänzen.

Fachbibliographien

Es gibt zwei in ihrer Art umfassende und auch für die Frühe Neuzeit relevante Fachbibliographien: Die Bibliographie internationale de l’humanisme et de la renaissance, die seit 1966 in gedruckter Form erscheint und als Onlineversion unter dem Titel International Bibliography of Humanism and the Renaissance. A Multidisciplinary Bibliography of the Renaissance and the Early Modern Period (1500-1700) bei BrePols aufgelegt ist und circa 310.000 Datensätze umfasst. Sowie Iter. Gateway to the Middle Ages & Renaissance, das bei den University of Toronto Libraries aufgelegt ist und 1,3 Millionen Datensätze nachweisen soll. Beide Datenbanken sind lizenzpflichtig und in Deutschland nur an wenigen Universitäten bzw. im Fall von Iter an keiner zu nutzen. Über das Datenbank-Infosystem (DBIS) lässt sich ermitteln, welche Universitätsbibliotheken Lizenzen erworben haben. Eine Aufsatzdokumentation zum Mittelalter und zur Frühen Neuzeit wurde von 1972 bis 2007 an der Herzog-August-Bibliothek in Wolfenbüttel gepflegt; seit 2007 sind die Aufsätze direkt im Online-Katalog der Bibliothek nachgewiesen.

Frühneuzeithistoriker müssen neben diesen Angeboten daher in der Praxis vorwiegend noch die epochal übergreifenden Fachbibliographien nutzen wie Historical Abstracts oder die verschiedenen nationalen und landeskundlichen Instrumente wie die Jahresberichte für deutsche Geschichte die Virtuelle Deutsche Landesbibliographie, die Bibliography of British and Irish History usw. Eine aktuelle Auflistung ist auf der Website European Historical Bibliographies zu finden.

Ergänzend zu den Fachbibliographien können für die Recherche nach wissenschaftlicher Sekundärliteratur auch die Kataloge und Rechercheangebote von Bibliotheken genutzt werden. In Deutschland wäre hier vor allem auf den Katalog der Bayerischen Staatsbibibliothek zu verweisen, die bis Ende 2015 das Sondersammelgebiet Geschichte betreute und seit 2016 den Fachinformationsdienst Geschichte, sowie die Herzog-August-Bibliothek in Wolfenbüttel mit ihrem dezidierten Schwerpunkt in der Frühen Neuzeit. Weitere Hinweise bietet der Clio-Guide Bibliotheken und historische Bibliographien.

Bibliothekskataloge für alte Drucke

Die Frühe Neuzeit war die erste Epoche des Buchdrucks. Die zeitgenössischen Publikationen, die im bibliothekarischen Jargon sogenannten „alten Drucke“, stellen eine Quelle ersten Ranges für die historische Forschung dar. Bibliotheken werden im Folgenden unter dem Gesichtspunkt vorgestellt, inwieweit sie umfassende oder herausragende Bestände an alten Drucken besitzen.

Im Rahmen der AG Sammlung Deutsche Drucke firmieren als verteilte Nationalbibliothek die Bayerische Staatsbibliothek München für die Frühdruckzeit und das 16. Jahrhundert, die Herzog-August-Bibliothek in Wolfenbüttel für das 17. Jahrhundert und die Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen für das 18. Jahrhundert, da sie jeweils entsprechend herausragende Altbestände – nicht nur, aber vor allem auch – zu diesen Zeiträumen besitzen.

Für die Frühdrucke oder Inkunabeln, also die bis 1500 erschienenen gedruckten Bücher, gibt es als Nachschlageinstrument den Gesamtkatalog der Wiegendrucke (GW). Auf der Website des GW wird auch auf weitere Inkunabelkataloge, wie zum Beispiel The Incunabula Short-Title Catalogue der British Library, verwiesen. Für die bibliographische Erfassung der alten Drucke von 1500 bis 1800 gibt es, wie in Kap. 1.2 bereits erwähnt, sogenannte „Verzeichnissen der im deutschen Sprachbereich bzw. -raum erschienen Drucke“ für das jeweilige Jahrhundert, abgekürzt VD 16, VD 17 und VD 18. Während das VD 16 bereits 1969 begonnen wurde und als gedruckte Bibliographie begann, die in 25 Bänden vorliegt und mittlerweile auch in eine Datenbank überführt wurde, handelt es sich beim VD 17 und VD 18 um reine Online-Kataloge. In diesen Verzeichnissen werden nicht nur die Bestände der jeweils federführenden Bibliotheken der AG Sammlung Deutscher Drucke nachgewiesen, sondern kooperativ auch die anderer deutscher Bibliotheken mit Altbeständen. Für die Recherche stellen sie somit die zentralen Instrumente dar, zumal ein Teil der alten Drucke mittlerweile auch bereits digitalisiert und über die Online-Kataloge der Verzeichnisse nachgewiesen ist.[74] Wer gezielt nach bereits digitalisierten Drucken recherchieren möchte und nicht den Weg über die Verzeichnisse für das jeweilige Jahrhundert nehmen will, kann dazu zvdd – Zentrales Verzeichnis digitalisierter Drucke nutzen. Für das 18. Jahrhundert wäre als eine spezifische Datenbank auch noch der Index deutschsprachiger Zeitschriften des 18. Jahrhunderts zu nennen.

In Einzelfällen kann es aber auch weiterhin sinnvoll sein, in den Katalogen einzelner Bibliotheken mit großen Altbeständen zu recherchieren, um zum Beispiel lokale systematische Sacherschließungsoptionen nutzen zu können. Das Handbuch der historischen Buchbestände bietet detaillierte Beschreibungen der jeweiligen Sammlungen, auch von kleineren Bibliotheken, die für spezifische Themen durchaus relevant sein können.[77] Beispiele von Bibliotheken mit umfangreicheren Altbeständen – neben den genannten Mitgliedern der AG Sammlung Deutsche Drucke – sind die Forschungsbibliothek in Gotha oder die Herzogin Anna Amalia-Bibliothek in Weimar. Auch eine traditionelle Landesbibliothek wie die Württembergische Landesbibliothek in Stuttgart mit einem Bestand von circa 350.000 alten Drucken oder die Universitäts- und Landesbibliothek Halle wären hier zu nennen ebenso wie die Universitätsbibliothek München mit circa 220.000 alten Drucken oder die Staats- und Stadtbibliothek Augsburg mit 120.000. Beispiele für kleinere Sammlungen mit spezifischem Charakter sind die Johannes a Lasco-Bibliothek in Emden zum Thema des reformierten Protestantismus oder die Eutiner Landesbibliothek, die eine kleine Sammlung an Reiseliteratur zum 18. Jahrhundert besitzt.

Die Erschließungssituation für alte Drucke sieht auch gut aus, wenn man den Blick über den Raum des Alten Reiches hinaus richtet. Der bei der British Library aufgelegte English Short Title Catalogue verzeichnet 480.000 Drucke von über 2.000 Bibliotheken. Einen Gesamtkatalog alter Drucke, die in europäischen und nordamerikanischen Forschungsbibliotheken vorhanden sind, bietet die vom Consortium of European Research Libraries (CERL) angebotene Heritage of Printed Book Database, die über drei Millionen Drucke der Zeit von 1455 bis 1830 nachweist. Das CERL-Portal bietet ferner eine Metasuche zu verschiedenen Gesamtkatalogen alter Drucke sowie auch zu Handschriften und Nachlassverzeichnissen. Eine integrierte Suche zu Inkunabeln und Drucken des 16. Jahrhunderts gibt es mittlerweile auch beim Projekt des Universal Short Title Catalogue’s (USTC).

Archive

Archivalische Quellen zu Themen frühneuzeitlicher Geschichte Mitteleuropas finden sich vorwiegend in den regionalen Staats- und Landesarchiven sowie den entsprechenden kommunalen oder kirchlichen Archiven. Das heißt, dass Frühneuzeithistoriker sich bei der Recherche nach archivalischen Quellen der üblichen Hilfsmittel bedienen müssen, die den gesamten Bereich der staatlichen, kommunalen, kirchlichen sowie privaten Archive erschließen. An erster Stelle wäre hier das Archivportal-D zu nennen, das sowohl nach regionalen Kriterien einzelne Archive auflistet als auch eine Metasuche in den Findmitteln verschiedener Archive anbietet. Für Österreich sei neben den Landesarchiven auf das Österreichische Staatsarchiv verwiesen; für die Schweiz auf die ausführlichen Hinweise im Clio-Guide Schweiz zur dortigen Archivlandschaft; und für die Recherche nach europäischen Archiven auf Archives Portal Europe.

Für die Geschichte des Alten Reiches spielt zweifelsohne das Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien als zentrales Archiv des Hauses Habsburg, das Teil des Österreichischen Staatsarchives ist, eine herausragende Rolle. Für zwei wichtige zeitgenössische Institutionen, das Reichskammergericht[95] sowie den Reichshofrat[96], gibt es eigene, gedruckte Erschließungsinstrumente. Nur für die Bände der Akten des Kaiserlichen Reichshofrats bietet der Verlag eine digitale Suchoption an, die freilich keinen freien Zugriff auf die Inhalte des Verzeichnisses im Volltext erlaubt.

Museen

Museale Objekte aus der Frühen Neuzeit findet man im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg, auch im Deutschen Historischen Museum in Berlin sowie den Landesmuseen und einschlägigen kommunalen Einrichtungen. Gerade die größeren Museen haben mitunter auch Objektdatenbanken aufgelegt, die eine Recherche nach einschlägigen Gegenständen erlauben. Diejenige des Germanischen Nationalmuseums umfasst derzeit circa 70.000 Objekte. Ein größeres Museum explizit zur Geschichte der Frühen Neuzeit gibt es nicht, auch wenn sich einige kleinerer Museen aufgrund ihrer Thematik per se auf die Frühe Neuzeit fokussieren. Beispiele sind: Die Franckeschen Stiftungen in Halle, das Reichskammergerichtsmuseum in Wetzlar, das Bauernkriegsmuseum in Böblingen, das Weserrenaissancemuseum bei Lemgo, das Museum des Dreißigährigen Krieges / Ostpriegnitzmuseum oder das deutsche Hugenottenmuseum in Bad Karlshafen. Über das 2007 gegründete Netzwerk Museen für Geschichte! lassen sich die wichtigsten musealen Institutionen ermitteln, die sich mit historischen Themen beschäftigen. Über weitere Recherchemöglichkeiten informiert der Clio-Guide Museen und Gedenkstätten.

2.2 Kommunikation: Mailinglisten, Blogs, Soziale Netzwerke

Mailinglisten sind als digitale Kommunikationsform fast schon ein Klassiker – und dies insbesondere durch das H-Net - Humanities and Social Sciences Online. Die Zahl der unter diesem Dach logierenden Listen zu frühneuzeitlichen Themen ist freilich überschaubar. H-HRE (The History of the Holy Roman Empire) wäre an erster Stelle zu nennen sowie einige Listen zur frühneuzeitlichen Geschichte Nordamerikas wie H-New England (New England History and Culture), H-OIEAHC (Omohundro Institute of Early American History and Culture oder H-SHEAR (History of the Early American Republic). Das bedeutet, dass in der Praxis die deutschen Frühneuzeithistoriker vor allem intensiv H-Soz-Kult zum Austausch über aktuelle Konferenzen, Workshops oder neue Publikationen und anderes mehr nutzen.

Eine Entwicklung der letzten Jahre sind Weblogs oder Blogs. Unter deutschen Historikern haben sie durch de.hypotheses.org, ein Blogportal für die deutschsprachigen Geistes- und Sozialwissenschaften, Resonanz und Akzeptanz gefunden. Dort gibt es einige Blogs mit frühneuzeitlichem Schwerpunkt. Genannt sei nur der Frühneuzeit-Blog der RWTH Aachen, der dezidiert „Nachrichten und Forschungsbeiträge zur Frühen Neuzeit“ insgesamt veröffentlicht. Eine Übersicht zu 390 Blogs der englischsprachigen Forschung bietet The Early Modern Commons.

Dass die Frühe Neuzeit auch bei Twitter angekommen ist, zeigt ein Feed wie Early Modern World.

2.3 Digitale Medien

Nachschlagewerke

Enzyklopädien, Lexika und Sachwörterbücher

In der Frühen Neuzeit entstanden nicht nur neue Mediengenres wie Zeitungen oder Zeitschriften, sondern auch Universallexika und Enzyklopädien. Die enzyklopädischen Flaggschiffe des 18. Jahrhunderts sind heute zumeist auch in digitaler Form zugänglich. Johann Heinrich Zedlers Grosses vollständiges Universal-Lexicon aller Wissenschaften und Künste, erschienen von 1731–1754, liegt nicht nur seit 2001 vollständig digital vor, sondern bietet mittlerweile auch eine systematische Übersicht aller Artikel. Digitale Versionen gibt es auch von Ephraim Chambers Cyclopaedia: Or An Universal Dictionary of Arts and Sciences, die 1728 in zwei Bänden erschien (mit zwei Ergänzungsbänden von 1753) oder von der berühmten, von 1751–1780 erschienenen Encyclopédie, ou Dictionnaire raisonné des sciences, des arts et des métiers von Denis Diderot und Jean d’Alembert.[120] Ein weiteres digitalisiertes enzyklopädisches Großunternehmen des späten 18. bzw. der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ist die von 1773 bis 1858 erschienene Ökonomische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats-, Stadt-, Haus- u. Landwirthschaft von Johann Georg Krünitz.

Die zeitgenössischen Lexika werden von der Forschung primär als Quellen genutzt. Zum Nachschlagen von Sachverhalten oder dem in Artikeln knapp kondensierten Stand der Forschung zu bestimmten Themen stehen hingegen moderne historische Sachwörterbücher zur Verfügung. Dabei handelt es sich immer noch weitgehend um meist mehrbändige gedruckte Werke, die indes oft auch in einer E-Book-Version angeboten werden – der Zugriff auf die digitale Version ist in diesem Fall nur an Universitäten möglich, deren Bibliotheken eine Lizenz erworben haben. Für die deutsche Geschichtswissenschaft wäre hier zuallererst die Enzyklopädie der Neuzeit zu nennen.[123] Vergleichbare Lexika aus dem angelsächsischen Raum sind: Europe 1450 to 1789. Encyclopedia of the Early Modern World[124], Encyclopedia of the Renaissance[125] oder Encyclopedia of the Enlightenment.[126] Noch nicht alle größeren Sachwörterbücher sind digital verfügbar. Wer zum Beispiel das Dictionnaire de l’Ancien Regime[127] benutzen möchte, muss noch in den Lesesaal einer Bibliothek gehen.

Neben übergreifenden Sachwörterbüchern gibt es auch eine Reihe von online zugänglichen Hilfsmitteln zu spezifischen Themen. Innerhalb von historicum.net kann zum Beispiel ein Lexikon zur Geschichte der Hexenverfolgung genutzt werden; und am Forschungszentrum Gotha der Universität Erfurt wird eine Gothaer Illuminaten-Enzyklopädie Online aufgebaut. Für die Frühe Neuzeit können auch Klosterbücher interessant sein. Für Baden-Württemberg und Bayern gibt es Beispiele für einschlägige Online-Lexika: Klöster in Baden-Württemberg und Klöster in Bayern. An der Universität Wien hat Wolfgang Schmale mit Erdteilallegorien, eine Datenbank aufgebaut, die entsprechende Beispiele in Mitteleuropa erfasst und Recherchen nach verschiedenen Kategorien (Ort, Allegorie, Person) erlaubt.

Ein weiteres wichtiges Genre, gerade auch für die Frühneuzeithistoriker, sind [133]. Sowohl das Deutsche Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm als auch noch das von 1774 bis 1786 erschienene Grammatisch-kritisches Wörterbuch der hochdeutschen Mundart von Johann Christoph Adelung können digital genutzt werden.

Auch zu hilfswissenschaftlichen Themen gibt es eine Reihe digitaler Nachschlagewerke. Frei zugänglich im Netz ist die vierte Auflage des Orbis Latinus. Lexikon lateinischer geographischer Namen des Mittelalters und der Neuzeit. Ein neues, genuin digitales Hilfsmittel für die Ortsnamenrecherche ist der Thesaurus Locorum (Thelo). Datenbank frühneuzeitlicher Ortsnamen. Als Beispiel für numismatische Hilfsmittel sei auf den Interaktiven Katalog des Münzkabinetts der Staatlichen Museen zu Berlin verwiesen, der für die Frühe Neuzeit circa 5.500 Münzen mit digitalen Abbildungen nachweist. Ein praktisches digitales Instrumente stellt auch The Marteau Early 18th-Century Currency Converter dar, der auch ein kleines Money:Dictionary umfasst. Mit der Wasserzeichenkartei Piccard und dem Wasserzeichen-Informationssystem liegen Werkzeuge zur Identifizierung und Datierung von Papier vor. Und mit Hilfe der Einbanddatenbank können Digitalisierungen der Durchreibungen von Bucheinbänden des 15. und 16. Jahrhunderts ermittelt werden. Und last but not least ist auch der Grotefend, die Zeitrechnung des Deutschen Mittelalters und der Neuzeit in einer HTML-Version über das Netz zugänglich. Ideal geeignet für das Medium Website sind auch Einführungen in die Paläographie. Die Universität Zürich hat mit Ad fontes - Eine Einführung in den Umgang mit Quellen im Archiv ins Netz gestellt; die englischen National Archives bieten an: Palaeography: reading old handwriting 1500-1800. A practical tutorial.

Biographische Nachschlagewerke

Frühneuzeithistoriker nutzen im Wesentlichen die üblichen allgemeinen und epochal übergreifenden Hilfsmittel wie das in Deutschland über eine Nationallizenz zugängliche World Biographical Information System des Verlags K.G. Saur, das einen ersten Einstieg bietet, da es viele ältere gedruckte Nachschlagewerke auf der Basis einer früheren Mikrofichepublikation digitalisiert hat. Für Historiker, die sich mit Themen deutscher Geschichte beschäftigen und biografische Daten benötigen, ist das Portal die Deutsche Biographie aufgrund seiner technisch avancierteren Optionen der zentrale und einschlägige Suchort. Für Großbritannien wäre auf das Oxford Dictionary of National Biography zu verweisen, das als Verlagsprodukt gegen eine Lizenzierung bei Oxford University Press zugänglich ist. Immerhin gibt es die erste Auflage des von 1885 bis 1900 erschienenen Dictionary of National Biography in digitaler Form frei zugänglich über das Internet Archive.

Zu nennen sind ferner thematisch spezifischere Nachschlagewerke, die auch für die Frühe Neuzeit von Relevanz sein können, wie zum Beispiel Professorenkataloge, von denen in den letzten Jahren einige – zum Beispiel zu den Universitäten Helmstedt, Kiel, Leipzig oder Rostock – über Datenbanken recherchierbar sind und die auch frühneuzeitliche Gelehrte verzeichnen.[156] Auch Universitätsmatrikeln sind zum Teil online verfügbar. Im Falle von Rostock ist sie als Datenbank aufbereitet, ansonsten sind eher die älteren, gedruckten Matrikeln digitalisiert wie das Beispiel der Universität Heidelberg zeigt. Die Personendatenbank der Höflinge der österreichischen Habsburger des 16. und 17. Jahrhunderts ist ebenfalls ein typischer Fall für ein spezifisches prosopographisches Forschungsprojekt aus dem Kontext der Frühen Neuzeit.

Die Forschungsstelle für Personalschriften, über deren Website eine Reihe von Hilfsmitteln, insbesondere ein Gesamtkatalog deutschsprachiger Leichenpredigten (GESA), angeboten werden, kann für biographische Fragen ebenfalls ein hilfreicher Anlaufpunkt sein. Bei der Website Selbstzeugnisse im deutschsprachigen Raum. Autobiographien, Tagebücher und andere autobiographische Schriften 1400–1620 handelt es sich um eine Quellenkunde von Gabriele Jancke, die Material auflistet, das die Autorin in einer Monographie ausgewertet hat.[162] Für die Schweiz gibt es die Schweizerische Selbstzeugnis-Datenbank, die 1.700 Nachweise von Texten aus dem 16. bis zum 19. Jahrhundert anbietet.

Quellen

Thematisch übergreifende Sammlungen retrodigitalisierter alter Drucke

Die frühneuzeitliche Buchproduktion wurde, wie in Kap. 1.2 bereits ausgeführt, in den letzten zehn bis zwanzig Jahren in erheblichem Umfang retrodigitalisiert. Für die Online-Nutzung gibt es eine Reihe unterschiedlicher Produkte und Angebote. Für den englischsprachigen Kulturraum lagen als erstes mit Early English Books Online (EEBO), Eighteenth Century Collection Online (ECCO) für den britischen und Early American Imprints (EAI) für den nordamerikanischen Raum umfassende, von Verlagen erstellte und kommerziell vertriebene Sammlungen vor, die vom ersten, 1473 in England von William Caxton gedruckten Buch bis zum Jahr 1800 reichen – im Falle der Early American Imprints sogar noch darüber hinaus – und damit die gesamte Epoche der Frühen Neuzeit umgreifen. Dass diese Angebote zum Teil schon Ende der 1990er-Jahre aufgelegt werden konnten, lag daran, dass sie auf bereits existierenden Mikroformensammlungen basieren, die verhältnismäßig einfach automatisiert gescannt werden konnten. Daraus ergeben sich in der Praxis indes auch mitunter Qualitätsprobleme, Scans, deren Qualität so schlecht ist, dass sie nur unvollständig lesbar sind. Trotz derartiger Detailprobleme bilden diese über eine DFG-Nationallizenz in Deutschland zugänglichen Datenbanken eine hervorragende Materialbasis für die historische Forschung, vor allem auch, weil sie die frühneuzeitliche Druckproduktion des englischsprachigen Kulturraums sehr umfassend abdecken. 130.000 Titel sind bei EEBO, 180.000 Titel bei ECCO und 50.000 Bücher bei der den Zeitraum von 1639–1800 abdeckende Series I der EAI in digitalisierter Form zugänglich.

Während in Großbritannien und den USA die frühneuzeitliche Druckproduktion von kommerziellen Anbietern digitalisiert wurde, sind es in Deutschland die wissenschaftlichen Bibliotheken, die über von der öffentlichen Hand geförderte Projekte ihre alten Drucke erschlossen und mittlerweile, wie oben in Kap. 2.1 bereits angesprochen, auch in nicht unerheblichem Umfang katalogisiert und zum Teil retrodigitalisiert haben und der wissenschaftlich interessierten Öffentlichkeit weltweit frei zugänglich machen. Das VD 16 umfasst derzeit circa 110.000 Titel, von denen circa 33.000 bereits digitalisiert sind; das VD 17 weist über 295.000 Titel nach, davon sind circa 120.000 digitalisiert; das VD 18 enthält derzeit ebenfalls über 280.000 Titel, davon 75.000 vollständig digitalisiert, wobei das Hauptprojekt jetzt erst anläuft. Vorgesehen ist in den nächsten Jahren insgesamt circa 600.000 Titel nachzuweisen und zugleich vollständig zu digitalisieren. Einen integrierten Zugriff auf die Daten bietet zvdd. Zentrales Verzeichnis digitalisierter Drucke, dessen aktuelle Angaben über die Zahl der Digitalisate sogar noch deutlich höher liegen. Für die Jahrhunderte der Frühen Neuzeit inklusive der Frühdrucke werden dort über 600.000 Digitalisate genannt.

In Frankreich finden sich frühneuzeitliche Drucke im Kontext der umfassenderen, von der französischen Nationalbibliothek betriebenen Bibliotheca Gallica. Für das 16. bis 18. Jahrhundert sind derzeit über 100.000 Titel digitalisiert. Auch in anderen europäischen Ländern gibt es verschiedene Projekte zur Digitalisierung frühneuzeitlicher Drucke, über die in den jeweiligen regionalen Clio-Guides berichtet wird.

Ausgewählte thematische Quellensammlungen und Websites

So eindrücklich die Landschaft der retrodigitalisierten alten Drucke auch bereits sein mag, so gibt es darüber hinaus noch andere relevante Quellenformen: archivalische Quellen, frühneuzeitliche Handschriften, Einblattdrucke und Flugblätter, Karten, Zeitungen und Zeitschriften, Inschriften, visuelle Quellen oder auch materielle Objekte. Dazu kommt, dass es zahlreiche Websites gibt, die zu spezifischen Themen digitalisierte Quellen unterschiedlicher Art anbieten. Um einen Eindruck von der Vielfalt der vorhandenen Ressourcen zu vermitteln, sollen zunächst einige einschlägige thematische Angebote genannt und beschrieben werden ehe dann auf Websites zu spezifischen Quellentypen eingegangen wird.

Einige Bibliotheken haben bei Retrodigitalisierungsaktivitäten versucht, bestimmte thematische Felder, zu denen sie gute Bestände haben, abzudecken. So hat die Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen in einem ihrer ersten Digitalisierungsprojekte einen Teil ihres umfangreichen Bestandes an Itineraria digitalisiert – 1.185 Titel umfasst der digitale Bestand mittlerweile. Um auch ein Beispiel einer US-amerikanischen Bibliothek anzuführen, sei die Digital Witchcraft Collection der Cornell University Library genannt. Ein für die Frühe Neuzeit interessantes Werk hat die Universitätsbibliothek Augsburg digitalisiert: Konkret 21, zwischen 1646 und 1738 erschienene Bände des Theatrum Europaeum. Die meisten für die Frühneuzeitforschung relevanten thematischen Sammlungen sind in der Wolfenbütteler Digitalen Bibliothek oder den Projekten des Münchner Digitalisierungszentrums der Bayerischen Staatsbibliothek zu finden. Es lohnt sich, die in Wolfenbüttel und München geführten Listen thematischer Sammlungen anzusehen. So findet man in München – neben vielen anderen digitalen Sammlungen – zum Beispiel die Tagebücher des bayerischen Ministers Johann Maximilian Emanuel von Preysing (1687–1764) oder eine Auswahl digitalisierter Emblembücher der Frühen Neuzeit. Auch in Wolfenbüttel wird man bei diesem Genre fündig. Die Herzog August Bibliothek ist im Verbund mit US-amerikanischen Bibliotheken am Projekt Emblematica Online beteiligt und bringt ihre einschlägigen Bestände ein.

Die Herzog August Bibliothek entwickelt mit AEDit Frühe Neuzeit: Archiv-, Editions- und Distributionsplattform für Werke der Frühen Neuzeit auch konzeptionell weitergehende Dienste. Denn ambitionierter als die reine Digitalisierung thematisch zusammengehörender Bücher oder Handschriften sind natürlich Editionsprojekte im digitalen Gewand, wobei hier noch zwischen der digitalen Konversion in gedruckter Form vorliegender Editionen und genuin digitalen Editionen unterschieden werden kann. Das Beispiel der Mitteldeutsche(n) Selbstzeugnisse der Zeit des Dreißigjährigen Krieges wurde bereits in Kap. 1.3 genannt. Auch die Herzog August Bibliothek hat in den letzten Jahren einen Schwerpunkt auf digitale Editionsprojekte gelegt wie die Editiones Electronicae Guelferbytanae zeigen. Das von Gudrun Gersmann initiierte Projekt Gentz digital. Digitale Erschließung der Korrespondenzen des Friedrich von Gentz (1764–1832) bildet die Vorstufe zu einer echten digitalen Edition, indem zunächst „… eine erste digitale Erfassung und Metadatenauszeichnung der circa 2.700 vorliegenden Transkriptionen von Gentz-Briefen aus der „Sammlung Herterich“ der Universitäts- und Stadtbibliothek Köln …“ realisiert wird.[187] Dass gerade Korrespondenzen als wichtige Quellenform auch zu digitalen Projekten führen, zeigen die Website Politische Korrespondenz Kaiser Karls V. ebenso wie The Correspondence of William of Orange 1549–1584. Ein aufgrund der kulturhistorischen Bedeutung der Quelle interessantes Einzelprojekt sind Die autobiographischen Aufzeichnungen Hermann Weinsbergs. Um die Bandbreite dessen anzudeuten, was mittlerweile an thematischen Angeboten im Netz existiert, sei auch noch Europäische Friedensverträge der Vormoderne online genannt, ein am Leibniz-Institut für Europäische Geschichte durchgeführtes Projekt, das eine Auswahl von 1.800 Verträgen aus der Zeit von 1495–1789 zugänglich macht. Weitere Beispiele ließen sich nennen.

Daneben gibt es natürlich auch Beispiele für die Überführung klassischer, gedruckter Editionen in digitale Form. So sind von den Acta Pacis Westphalicae mittlerweile 40 Bände auch im Volltext durchsuchbar. Die Heinrich Bullinger-Briefwechseledition könnte man als weiteres Beispiel anführen. Eine eigene Kombination gedruckter Editionsbände mit der Option, über eine Website in der vollständigen bibliographischen Dokumentation recherchieren zu können, bietet Controversia et Confessio - Quellenedition zur Bekenntnisbildung und Konfessionalisierung (1548–1580). Mehr als eine reine Retrodigitalisierung bietet die „XML-konforme und recherchierbare elektronische Volltextversion der von Johann David Erdmann Preuß zwischen 1846 und 1856 herausgegeben Werkausgabe sowie der von Reinhold Koser begründeten Ausgabe der Politischen Correspondenz Friedrichs des Großen der Jahre 1740–1782“.

Die Website Wissensproduktion an der Universität Helmstedt zeigt, dass über digitale Editionen das Web auch die Option des Aufbaus thematischer Portale erlaubt. In diesem Fall werden, wiederum von der Herzog August Bibliothek, verschiedene thematisch zusammengehörende Erschließungsprojekte integriert. Eine Datenbank der Vorlesungen, der Helmstedter Hochschulschriften, der Matrikel aber auch der Rechenschaftsberichte der Professoren. Vor allem britische und US-amerikanische Verlage versuchen, thematische Websites als kommerzielles Angebot zu vermarkten wie das Beispiel Electronic Enlightenment zeigt, das von Oxford University Press lizensiert wird und Zugriff auf den Briefwechsel von Schriftstellern des 18. Jahrhunderts bietet (67.800 Briefe von über 8.000 Autoren sind derzeit erschlossen).

Zeitungen und Zeitschriften

Als Geburtsjahr der Zeitung gilt das Jahr 1605.[199] Und so ist es gleichsam nur konsequent, dass an der Staats- und Universitätsbibliothek Bremen vom Institut Deutsche Presseforschung gesammelte Zeitungen des 17. Jahrhunderts in einem von 2013 bis 2015 dauernden Projekt digitalisiert wurden. Einige wenige weitere digitalisierte Zeitungen des 17. und 18. Jahrhunderts lassen sich über die Liste der digitalisierte Zeitungen des Zeitungsinformationssystems ZEFYS der Staatsbibliothek zu Berlin finden, der Schwerpunkt liegt aber eindeutig auf dem 19. und frühen 20. Jahrhundert, ebenso wie bei ANNO - AustriaN Newspaper Online. Historische österreichische Zeitungen und Zeitschriften online. Immerhin kann man über ZEFYS gut einzelne digitalisierte Zeitungen ermitteln, wie zum Beispiel die Augspurgische Ordinari Postzeitung (1768–1848), die die Stadtbibliothek Augsburg digitalisiert hat oder die „Relation: Aller Fuernemmen und gedenckwuerdigen Historien … von 1609“ die digital bei der Universitätsbibliothek zugänglich ist. Insgesamt ist das digitale Angebot an Zeitungen des Alten Reichs aber überschaubar. Besser sieht es hier für Großbritannien aus, wo wiederum ein kommerzielles Angebot existiert: Die in Deutschland über eine Nationallizenz zugänglichen 17th-18th Century Burney Collection Newspapers umfassen 1.270 Titel mit insgesamt circa eine Millionen digitalisierter Seiten, die auf der Sammlung der British Library basieren.

Das Zeitalter der Periodika begann mit dem seit 1665 erscheinendem Journal des sçavans und den Philosophical Transactions of the Royal Society of London. Beide Zeitschriften sind mittlerweile digitalisiert, wie viele andere Periodika des 18. Jahrhunderts auch, der Blütezeit zahlreicher, oft auch kurzlebiger Zeitschriftengründungen. Die Universitätsbibliothek Bielefeld hat relativ früh begonnen, einschlägige Periodika aus dem deutschsprachigen Raum zu digitalisieren und bietet nach Abschluss von drei Projektphasen Zugang zu 199 digitalisierten Zeitschriften der Aufklärung. Eine der für die gelehrte Welt des 18. Jahrhunderts wichtigeren und langlebigeren Rezensionszeitschriften, die Göttingische(n) Anzeigen von gelehrten Sachen, sind über den Dokumentenserver der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen zugänglich. Eine Internet Library of Early Journals war ein frühes englisches Projekt, bei dem auch drei Zeitschriften aus dem 18. Jahrhundert digitalisiert wurden, neben den Philosophical Transactions das Gentleman’s Magazine und The Annual Register. Ansonsten sind zeitgenössische englische Zeitschriften auch bei Eighteenth Century Collections Online zu finden, die in Kap. 2.3 vorgestellt wurde. Vor allem sind hier aber folgende in Deutschland über eine Nationallizenz zugänglichen Sammlungen zu nennen: British Periodicals Collection I & II sowie American Antiquarian Society (AAS) Historical Periodicals Collection: Series 1 (16911820).[213] Ein ergänzendes, kommerzielles und damit nicht frei zugängliches Angebot stellt das Eighteenth Century Journals Portal des Verlags Adam Matthew dar.

Einblattdrucke

Größere Sammlungen von Einblattdrucken besitzen die Staatsbibliothek zu Berlin oder die Bayerische Staatsbibliothek. Ferner sind Einblattdrucke auch an verschiedenen anderen Institutionen, nicht zuletzt dem Deutschen Historischen Museum, zu finden, allerdings nicht immer in digitalisierter Form.[217] Vollständig digitalisiert ist an der Universitätsbibliothek Frankfurt/Main die Einblattdrucksammlung Gustav Freytag mit 370 Blättern aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Auch die Universitätsbibliothek Erlangen-Nürnberg bietet einige Digitalisate aus ihrer 601 Blätter umfassenden Sammlung. Das VD 17 eignet sich auch gut für die Recherche nach Einblattdrucken aus diesem Jahrhundert. Wikisource bietet einige nach VD 17-Nummern geordnete Digitalisierungen. Einem speziellen Typus, mit Schwerpunkt auf der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts, widmet sich das Projekt Kalenderblätter, das 1.500 Jahreskalender aus der Sammlung des Stadtarchivs Altenburg digitalisieren will.

Karten und digitale Atlanten

Karten sind ein in mehrerer Hinsicht dankbares Objekt für die Digitalisierung. Anders als bei umfangreichen Buchbeständen oder archivalischen Sammlungen lassen sich rascher ganze Sammlungen digitalisieren; dazu haben Karten neben ihrer Bedeutung als Quelle auch ihre ästhetischen und repräsentativen Reize. Die größten Kartensammlungen in Deutschland besitzen die Staatsbibliothek zu Berlin, die Bayerische Staatsbibliothek und die Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen. Mit der Altkartendatenbank IKAR, der Datenbank der Landkartendrucke vor 1850, liegt auch ein gutes Suchinstrument vor, das 260.000 Titel von allen größeren deutschen Forschungsbibliotheken mit einschlägigen Beständen nachweist, wobei allein circa 226.000 von den drei erstgenannten Einrichtungen stammen. Ungefähr 5.000 der in IKAR verzeichneten Karten liegen in digitaler Form vor.

Websites mit einem relevanten Angebot frühneuzeitlicher digitalisierter Karten bieten die SUB Bremen, die SLUB Dresden oder auch die Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt. Für die Schweiz gibt es ein Kartenportal.CH, über das auch frühneuzeitliche Bestände in den verschiedenen Sammlungen des Landes ermittelt werden können. Zu Großbritannien sei nur auf die „Map Search“ des Verbundkatalogs copac verwiesen, bei der über Erscheinungsjahre die Recherche auf frühneuzeitliche Karten eingeschränkt werden kann sowie auf die umfassenden Sammlungen der Weston Library der Bodleian Libraries an der Universität von Oxford und der British Library. Über die Bibliotheca Gallica sind circa 31.000 digitalisierte Karten aus dem Bestand der Bibliothèque Nationale in Paris zugänglich.

Alte Karten zu digitalisieren ist eines. Etwas anderes ist es, digitale historische Atlanten zu erstellen. Seit fünfzehn Jahren betreibt das Leibniz-Institut für Europäische Geschichte in Mainz den Dienst IEG-Maps. Server für digitale historische Karten, über den unter anderem ein Digitaler Atlas zur Geschichte Europas angeboten wird. Zentrales Anliegen von IEG-Maps ist es, digitale Grundkarten für die wissenschaftliche Nachnutzung anzubieten. Der nächste Schritt ist dann, geographische Informationssysteme in der Geschichtswissenschaft einzusetzen.[234] Ansätze dazu gibt es zum Beispiel an der Universität Rostock.

Visuelle Quellen

Für visuelle Quellen, Holzschnitte und Kupferstiche, Abbildungen im weitesten Sinne, gilt dasselbe wie für Karten. Die Visual History hat auch für die Frühe Neuzeit im Netz umfangreiche Möglichkeiten, an Quellen zu gelangen. Auch wenn sie nicht nur auf die Frühe Neuzeit fokussiert sind, sondern epochal übergreifende Recherchen erlauben, müssen doch aufgrund ihres Umfangs und ihrer Bedeutung prometheus. Das verteilte digitale Bildarchiv für Forschung & Lehre sowie der bildindex der Kunst und Architektur. Deutsches Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte - Bildarchiv Foto Marburg an erster Stelle genannt werden, da sie auch für die Frühe Neuzeit ein wichtiges Hilfsmittel darstellen. Eine große graphische Sammlung mit einem Schwerpunkt auch auf der Frühen Neuzeit besitzt das Germanische Nationalmuseum. Das Bildarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek bietet für den Erscheinungszeitraum vor 1800 fast 19.000 digitalisierte Abbildungen an. Und natürlich kann auch wieder Gallica für die Recherche nach visuellen Quellen aus Frankreich genutzt werden. Ein thematisch spezifischeres, zeitlich aber auch übergreifendes Angebot stellt pictura paedagogica online der Bibliothek für bildungsgeschichtliche Forschung dar, das für die Zeiträume der Frühen Neuzeit einige gut erschlossene Digitalisate besitzt.

Mit dem Digitalen Portraitindex der druckgraphischen Bildnisse der Frühen Neuzeit liegt ein spezifisch auf die Epoche zugeschnittenes Angebot vor, das – zusammen mit weiteren Partnern – vom Bildarchiv Foto Marburg aufgebaut wurde und über 257.000 druckgraphische Porträts erschließt. Über 50.000 Beschreibungen und Abbildungen von Druckgraphik und Zeichnungen aus den Beständen des Herzog Anton Ulrich-Museums in Braunschweig und der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel enthält das Virtuelle Kupferstichkabinett. Keine umfassende, aber nach eigenen Angaben eine repräsentative Auswahl britischer Drucke bis 1700 bietet bpi 1700. British Printed Images to 1700.

Inschriften und materielle Objekte

Zu deutschen Inschriften gibt es ein umfassendes Langzeitprojekt, das von mehreren Akademien der Wissenschaften getragen wird und seine Ergebnisse in gedruckter Form veröffentlicht hat und dies auch immer noch tut – mittlerweile aber auch eine Website, Deutsche Inschriften online, für den digitalen Zugang aufgelegt hat. Zum Kontext ist auch die Website Epigraphica Europea. Zur Erforschung der Inschriften des Mittelalters und der Frühen Neuzeit nützlich. Sie bietet eine eigene Datenbank und ein im Aufbau befindliches Glossar epigraphischer Fachbegriffe.

Bei materiellen Objekten bieten die bereits in Kap. 2.1 erwähnten Objektdatenbanken von Museen gute Dienste. Dazu gibt es mittlerweile einige regionale Kulturportale wie zum Beispiel das Kulturerbe Niedersachsen. Spezifischer auf mittelalterliche und frühneuzeitliche Geschichte zugeschnitten sind die Datenbanken des Instituts für Realienkunde des Mittelalters und der frühen Neuzeit in Krems.

Publikationen

Der Fundus an Websites, an digitalisierten Quellen und digitalen Hilfsmitteln für die Frühneuzeitforschung ist durchaus ansehnlich und umfassend. Die Ergebnisse der Forschungsarbeiten werden indes zumeist noch traditionell in gedruckten Monographien oder Aufsätzen in Zeitschriften und Sammelbänden veröffentlicht. Versuche, die Frühneuzeitforschung – wie die Geschichtswissenschaft generell – auf genuines digitales Publizieren einzuschwören sind bislang nicht sehr erfolgreich gewesen, wobei die berechtigte Frage, ob das überhaupt erstrebenswert ist, hier ausgeklammert bleiben soll. Es gibt indes neuere Projekte, wie das seit 2013 laufende Historicum-eStudies-net, bei dem es neben dem Aufbau von Online-Kompetenz auch um die Förderung des Online-Publizierens geht. Das Projekt MAP - Modern Academic Publishing dient demselben Ziel. International wäre auf die Open Library of Humanities zu verweisen. Wie schwierig es freilich ist, im Feld des digitalen Publizierens in den Geschichtswissenschaften nachhaltigen Erfolg zu haben, belegt das Beispiel der Zeitschrift zeitenblicke, die 2013 nach elf Jahren ihr Erscheinen eingestellt hat. Wenn man das Thema digitale Dissertationen oder das eher periphere Beispiel einer open access-Zeitschrift wie Early Modern Culture. An Electronic Seminar beiseite lässt, so haben sich bislang nur epochal und thematisch übergreifende Rezensionszeitschriften wie sehepunkte. Rezensionsjournal für die Geschichtswissenschaften oder die bei H-Soz-Kult erscheinenden Rezensionen etabliert.

Auch wenn das Publizieren noch traditionellen Pfaden folgt, so können Frühneuzeithistoriker mittlerweile gedruckte Publikationen auch in digitalen Parallelausgaben nutzen. Auf die Frühe Neuzeit fokussierte Periodika, wie zum Beispiel die Zeitschrift für historische Forschung, das Journal of Early Modern History, The Sixteenth Century Journal, The Seventeenth Century, XVII siècle, Eighteenth Century Studies, Dix-huitième siècle, und andere mehr, verfügen auch über eine Online-Ausgabe.[257] Ähnliche Entwicklungen gibt es bei den Monographien. Fast alle größeren Wissenschaftsverlage, insbesondere die britischen und US-amerikanischen, bieten monographische Publikationen auch parallel als E-Book an.

3. Fazit

Digitale Rechercheinstrumente und retrodigitalisierte Quellen – das sind die beiden großen Bereiche, in denen die Frühneuzeitforschung bereits in erheblichem Umfang digital fundiert ist. Seien es archivalische Findmittel oder Bibliothekskataloge und Fachbibliographien, ein nicht geringer Teil der Recherchearbeit kann und muss heute über das Netz bewältigt werden. Schließlich gibt es für Kataloge wie das VD 17 oder VD 18 keine gedruckte Version mehr. Ebenso bezeichnend ist, dass diese Rechercheinstrumente sich zunehmend zu digitalen Bibliotheken entwickeln, da peu à peu die dort nachgewiesenen alten Drucke retrodigitalisiert werden. Die neue digitale Wissenschaftswelt formiert sich für die Frühneuzeithistoriker – und dies war und ist einer der prägendsten Aspekte – vor allem über retrodigitalisierte Quellen und neue digitale Editionen und Websites, die – in welcher Form auch immer – Quellenmaterial und Daten zur Verfügung stellen. Vor allem die digitale Konversion der frühneuzeitlichen Drucküberlieferung bildet hier einen quantitativen Schwerpunkt. Die schon in der vordigitalen Ära begonnene Erschließung der in europäischen und nordamerikanischen Bibliotheken vorhandenen Drucke der Frühneuzeit bildete eine gute Ausgangsbasis für entsprechende Massendigitalisierungen. Insofern kann man mit guten Gründen von einem goldenen Zeitalter der Retrodigitalisierung für die Frühneuzeitforschung sprechen.

Recherche über das Netz, Nutzung digital(isiert)er Quellen, aber auch digitaler Ausgaben eingeführter Zeitschriften gehören mithin zum Alltag der Frühneuzeithistoriker. Noch in den Anfängen steht die Nutzung digitaler Methoden zu neuen Auswertungs- und Darstellungsformen, wie sie derzeit in den Digital Humanities vorbereitet werden. Ob und wie sehr sie die geschichtswissenschaftliche Forschung zur Frühen Neuzeit prägen werden, wird man in den kommenden Jahren sehen.

Literaturhinweise

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Recherche zum Thema

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Dr. Wilfried Enderle ist Fachreferent für Geschichte und Koordinator der Abteilung Informations- und Literaturversorgung Geistes- und Gesellschaftswissenschaften (wiss. Fachreferate) an der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen.

Fußnoten

  1. [1] Vgl. Vocelka, Karl, Frühe Neuzeit 1500–1800, Konstanz 2013.
  2. [2] Vgl. Nipperdey, Justus, Die Terminologie von Epochen - Überlegungen am Beispiel Frühe Neuzeit / ‘early modern‘, in: Berichte zur Wissenschaftsgeschichte 38 (2015), S. 170–185.
  3. [3] Vgl. Boškovska Leimgruber, Nada (Hrsg.), Die Frühe Neuzeit in der Geschichtswissenschaft. Forschungstendenzen und Forschungserträge, Paderborn 1997; Eichhorn, Jana, Geschichtswissenschaft zwischen Tradition und Innovation. Diskurse, Institutionen und Machtstrukturen der bundesdeutschen Frühneuzeitforschung, Göttingen 2006, die eine umfassende Historiographiegeschichte bietet. Eine knappe Zusammenfassung bei: Völker-Rasor, Anette (Hrsg.), Frühe Neuzeit (=Oldenbourg Lehrbuch Geschichte), München 2000, S. 402f; Emich, Birgit, Geschichte der Frühen Neuzeit studieren, Konstanz 2006, S. 11f.
  4. [17] Auch wenn der Name des Instituts nicht expressis verbis die Frühe Neuzeit nennt, so sind doch die Mehrzahl der aktuellen Projekte auf diese fokussiert, http://www.uni-augsburg.de/institute/iek.
  5. [24] Gersmann, Gudrun, Der Server Frühe Neuzeit: Ein Internetprojekt für Historiker, in: Bibliotheksforum Bayern (BFB) 28 (2000) 2, S. 178–186.
  6. [26] Vgl. Eisenstein, Elizabeth L., The Printing Revolution in Early Modern Europe, Cambridge 1983; Giesecke, Michael, Der Buchdruck in der frühen Neuzeit. Eine historische Fallstudie über die Durchsetzung neuer Informations- und Kommunikationstechnologien, Frankfurt am Main 1991; Johns, Adrian, The Nature of the Book. Print and Knowledge in the Making, Chicago; London 1998.
  7. [27] Fabian, Bernhard, Buch, Bibliothek und geisteswissenschaftliche Forschung. Zu Problemen der Literaturversorgung und der Literaturproduktion in der Bundesrepublik Deutschland (=Schriftenreihe der Stiftung Volkswagenwerk, Bd. 24) Göttingen 1983.
  8. [34] Pettegree, Andrew, The Renaissance Library and the Challenge of Print, in: The Meaning of the Library. A Cultural History, ed. by Alice Crawford, Princeton; Oxford 2015, S. 75.
  9. [36] Detailliertere Angaben zu den einzelnen Ländern sind in Kap. 2.2 aufgelistet.
  10. [37] Vgl. Der ursprüngliche Link (http://www.archive.geschichte.mpg.de/duderstadt/archiv.htm) führt mittlerweile zu einer Fehlermeldung. Generell zu dem Projekt vgl. Ebeling, Hans-Heinrich; Thaller, Manfred (Hrsg.), Digitale Archive. Die Erschließung und Digitalisierung des Stadtarchivs Duderstadt, Göttingen 1999; sowie ferner Fricke, Hans-Reinhard, Das Duderstadt-Projekt, in: Jenks, Stuart; Schmieder, Felicitas, Quellen und Quellenedition im neuen Medienzeitalter (=Fundus - Forum für Geschichte und ihre Quellen, H. 2), Göttingen 2000, S. 65–73, http://webdoc.sub.gwdg.de/edoc/p/fundus/2/fricke.pdf; Ders., Langzeiterfahrungen mit einem digitalen Archiv, in: Archiv-Nachrichten Niedersachsen 9 (2005), S. 83–87.
  11. [38] Vgl. Krameritsch, Jakob, Geschichte(n) im Netzwerk. Hypertext und dessen Potenziale für die Produktion, Repräsentation und Rezeption der historischen Erzählung (=Medien in der Wissenschaft, Bd. 43), Münster 2007; Krameritsch, Jakob; Schmale, Wolfgang, Hypertext und Hypertexten im schulischen Geschichtsunterricht und im Geschichtsstudium, in: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht 58 (2007), S. 20–35.
  12. [74] Siehe dazu auch Kap. 2.3.
  13. [77] Fabian, Bernhard (Hrsg.), Online-Ausgabe: Handbuch der historischen Buchbestände in Deutschland, Österreich und Europa, digitalisiert von Günter Kükenshöner, Hildesheim 2003, https://fabian.sub.uni-goettingen.de/fabian.
  14. [95] Inventare der Akten des Reichskammergerichts, [wechselnde Verlagsorte und Verleger] 1957–.
  15. [96] Die Akten des Kaiserlichen Reichshofrats, bisher Bde. Ser. 1, 1-5, Ser. 2, 1-2, Berlin 2009–2014.
  16. [120] Wikisource bietet eine vollständige Transkription: https://fr.wikisource.org/wiki/Encyclop%C3%A9die,_ou_Dictionnaire_raisonn%C3%A9_des_sciences,_des_arts_et_des_m%C3%A9tiers; siehe auch das ARTFL-Project der University of Chicago http://portail.atilf.fr/encyclopedie/index.htm und http://www.lib.uchicago.edu/efts/ARTFL/projects/encyc/overview.html. Eine retrodigitalisierte Version ist auch verfügbar über http://www.gallica.fr.
  17. [123] Enzyklopädie der Neuzeit, Bde. 1-16, Stuttgart 2005–2012. Die Online-Ausgabe ist aufgelegt bei Brill.
  18. [124] Europe 1450 to 1789. Encyclopedia of the Early Modern World, Bde. 1-6, Ney York 2004. Über Gale/Cengage Learning wird die Ausgabe auch als E-Books vertrieben, http://www.cengage.com.
  19. [125] Grendler, Paul F. (Hrsg.), Encyclopedia of the Renaissance, Bde. 1-6, New York 1999.
  20. [126] Encyclopedia of the Enlightenment, Bde. 1-4, Oxford 2003. Über Oxford University Press ist die Ausgabe auch als E-Book zugänglich. Zudem ist sie in Oxford Reference integriert, ein übergreifendes Online-Portal, das verschiedene Nachschlagewerken des Verlags vereint, http://www.oxfordreference.com.
  21. [127] Bély, Lucien(Hrsg.), Dictionnaire de l’Ancien Régime. Royaume de France XVIe - XVIII siècle, Paris 1996.
  22. [133] http://www.clio-online.de/guides/arbeitsformen-und-techniken/fakten-und-informationen/2018
  23. [156] Vgl. Horstkemper, Gregor; Sorbello Staub, Alessandra, Professorenkataloge, Vorlesungsverzeichnisse, Hochschulreden. Materialien zur Universitätsgeschichte im Internet, in: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht 61 (2010), S. 130–131.
  24. [162] Vgl. Jancke, Gabriele, Autobiographie als soziale Praxis. Beziehungskonzepte in Selbstzeugnissen des 15. und 16. Jahrhunderts im deutschsprachigen Raum (=Selbstzeugnisse der Neuzeit, Bd. 10), Köln u.a. 2002.
  25. [187] Vgl. auch Rohrschneider, Michael, Friedrich von Gentz - in digitalem Gewand. Eine neue Quellenpublikation zum „Sekretär Europas“ im Jubiläumsjahr des Wiener Kongresses, in: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht 66 (2015), S. 727–737.
  26. [199] Weber, Johannes, Strassburg, 1605: The Origins of the Newspaper in Europe, in: German History 24 (2006), S. 387–412.
  27. [213] Der Zugriff kann über das Datenbank-Informationssystem (DBIS) recherchiert werden: http://rzblx10.uni-regensburg.de/dbinfo.
  28. [217] Vgl. Odenbreit, Julia, Einblattdrucke des 16. Jahrhunderts in Gedächtnisorganisationen. Erfassung und Erschließung (=Berliner Handreichungen zur Bibliotheks- und Informationswissenschaft, H. 369), Berlin 2014, http://edoc.hu-berlin.de/series/berliner-handreichungen/2014-369/PDF/369.pdf.
  29. [234] Vgl. Rickenbacher, Michael, Geschichte verorten. Zum Einsatz Geographischer Informationssysteme (GIS) in der historischen Forschung anhand von Beispielen aus dem Ersten Koalitionskrieg 1792–1797, in: Koller, Christophe; Jucker-Kupper, Patrick (Hrsg.), Karten, Kartographie und Geschichte. Von der Visualisierung der Macht zur Macht der Visualisierung (=Reihe Geschichte und Informatik, Band 16), Zürich 2009, S. 53–90.
  30. [257] Die digitalen Versionen der Zeitschriften sind leicht zu ermitteln über die jeweiligen bibliothekarischen Online-Kataloge oder über die Elektronische Zeitschriftenbibliothek (EZB).

Zitation: Wilfried Enderle, Frühe Neuzeit, in: Clio Guide – Ein Handbuch zu digitalen Ressourcen für die Geschichtswissenschaften, Hrsg. von Laura Busse, Wilfried Enderle, Rüdiger Hohls, Thomas Meyer, Jens Prellwitz, Annette Schuhmann, 2. erw. und aktualisierte Aufl.,Berlin 2018 (=Historisches Forum, Bd. 23), S. C.3-1 – C.3-40.